Wussten Sie, dass ein Unternehmen trotz hoher Gewinne zahlungsunfähig sein kann? Der Blick in die Bilanz allein reicht oft nicht aus. Hier kommt der Cashflow ins Spiel – die wohl ehrlichste Kennzahl der Finanzwelt. Während die direkte Methode alle Zahlungsströme einzeln erfasst, ist die indirekte Methode der unangefochtene Standard in der externen Rechnungslegung.
Sie leitet die Liquidität direkt aus dem Jahresüberschuss ab, indem sie buchhalterische Effekte korrigiert. In diesem Artikel erfahren Sie, wie diese Berechnung funktioniert, warum sie für Investoren unverzichtbar ist und wie Sie sie mit unserem Tool sofort selbst anwenden können.
Was ist die indirekte Methode?
Die indirekte Methode ist ein Verfahren zur Ermittlung des operativen Cashflows. Im Gegensatz zur direkten Methode, die alle zahlungswirksamen Ein- und Auszahlungen (wie Kundenzahlungen oder Gehaltszahlungen) gegenüberstellt, startet die indirekte Methode beim buchhalterischen Ergebnis – meist dem Jahresüberschuss nach Steuern.
Der Grundgedanke ist simpel: Der Jahresüberschuss enthält viele Positionen, die gar kein Geld bewegt haben (z. B. Abschreibungen oder Rückstellungen). Um zu wissen, wie viel Geld tatsächlich in die Kasse geflossen ist, müssen diese "nicht zahlungswirksamen" Effekte eliminiert werden.
Warum ist sie der Standard?
Die meisten Unternehmen nutzen die indirekte Methode für ihre Kapitalflussrechnung, weil die Daten direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und der Bilanz abgeleitet werden können. Es ist keine separate Erfassung jedes einzelnen Zahlungsstroms notwendig, was den buchhalterischen Aufwand erheblich reduziert.
Die Formel zur Berechnung
Die mathematische Logik hinter der indirekten Methode lässt sich wie folgt zusammenfassen: Wir verwandeln den "Periodenerfolg" zurück in den "Zahlungserfolg".
Interaktiver Cashflow-Rechner
Nutzen Sie diesen Rechner, um den operativen Cashflow nach der indirekten Methode schnell zu ermitteln. Geben Sie einfach Ihre Werte aus der Bilanz und GuV ein.
I'll analyze the calculator and fix all issues. The main problem is that there are duplicate `Schritt-für-Schritt Berechnungsschema
Um die indirekte Methode in der Praxis anzuwenden, folgen Sie diesem standardisierten Schema (angelehnt an DRS 21):
- Startpunkt Jahresüberschuss: Nehmen Sie den Gewinn nach Steuern aus der GuV.
- Korrektur der Abschreibungen: Addieren Sie alle Abschreibungen auf Anlagevermögen hinzu. Da diese den Gewinn gemindert haben, aber kein Geld abgeflossen ist, müssen sie neutralisiert werden.
- Veränderung der Rückstellungen:
- Zunahme von Rückstellungen = Hinzurechnen (Aufwand gebucht, kein Geldfluss).
- Abnahme von Rückstellungen = Abziehen (Geldfluss für alte Verbindlichkeiten, kein aktueller Aufwand).
- Veränderung des Working Capital:
- Vorräte: Eine Zunahme der Vorräte bedeutet, dass Geld in Lagerware gebunden wurde → Abziehen. Eine Abnahme setzt Geld frei → Hinzurechnen.
- Forderungen (LuL): Wenn Kunden noch nicht bezahlt haben (Forderungen steigen), ist der Gewinn zwar verbucht, aber das Geld fehlt → Abziehen.
- Verbindlichkeiten (LuL): Wenn wir Lieferanten später bezahlen (Verbindlichkeiten steigen), bleibt das Geld vorerst im Unternehmen → Hinzurechnen.
Fazit: Warum der Cashflow König ist
Die indirekte Methode mag auf den ersten Blick komplex wirken, ist aber das mächtigste Werkzeug, um die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens zu prüfen. Sie entlarvt "Papierewinne" und zeigt, ob das operative Geschäft wirklich Geld abwirft. Für Controller und Investoren ist sie daher unverzichtbar. Nutzen Sie das Schema und den Rechner oben, um Ihre eigenen Zahlen regelmäßig zu überprüfen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Methode?
Die direkte Methode erfasst zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen direkt (z. B. Einzahlungen von Kunden minus Auszahlungen an Lieferanten). Die indirekte Methode leitet den Cashflow rückwärts aus dem Jahresüberschuss ab, indem sie nicht zahlungswirksame Posten korrigiert. Das Ergebnis ist bei beiden Methoden identisch.
Warum werden Abschreibungen addiert?
Abschreibungen sind Aufwendungen, die den Gewinn in der GuV mindern, aber zu keinem Geldabfluss führen. Da die indirekte Methode beim (durch Abschreibungen geminderten) Gewinn startet, müssen diese wieder hinzuaddiert werden, um den wahren Geldfluss darzustellen.
Ist ein höherer operativer Cashflow immer besser?
Grundsätzlich ja, da er die Innenfinanzierungskraft zeigt. Ein dauerhaft negativer operativer Cashflow deutet auf strukturelle Probleme hin, da das Kerngeschäft kein Geld erwirtschaftet.