Maschinenstundensatz berechnen: Formel, Beispiel & Rechner

Lernen Sie, wie Sie den Maschinenstundensatz exakt berechnen. Inklusive Formel, Schritt-für-Schritt-Beispiel und kostenlosem Online-Rechner.

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In der modernen Fertigung sind Maschinen oft der teuerste Faktor. Wenn Sie Ihre Produktpreise kalkulieren, ohne die exakten Kosten Ihrer Anlagen zu kennen, riskieren Sie massive Verluste. Der Maschinenstundensatz ist hierbei das entscheidende Instrument der Kostenträgerrechnung. Er ermöglicht es Ihnen, die anfallenden Gemeinkosten verursachungsgerecht auf die Laufzeit Ihrer Maschinen umzulegen.

In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie den Maschinenstundensatz berechnen, welche Kostenarten Sie berücksichtigen müssen und wie Sie unser interaktives Tool für Ihre eigene Kalkulation nutzen.

Prozess der Maschinenstundensatzrechnung Visualisierung der Kostenflüsse in den Maschinenstundensatz Kalk. Abschreibung Kalk. Zinsen Raum- & Energiekosten Maschine Laufzeit (h) Ergebnis € / Stunde

Was ist der Maschinenstundensatz?

Der Maschinenstundensatz ist ein betriebswirtschaftlicher Kennwert, der angibt, wie viel der Betrieb einer bestimmten Maschine pro Stunde kostet. Er dient dazu, die maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten nicht pauschal, sondern verursachungsgerecht auf die Produkte zu verteilen, die auf dieser Maschine gefertigt werden.

Besonders in anlagenintensiven Unternehmen ist diese Rechnung essenziell. Würde man diese Kosten einfach über einen allgemeinen Zuschlagssatz verteilen, würden arbeitsintensive Produkte zu teuer und maschinenintensive Produkte zu günstig kalkuliert werden. Eine präzise Definition finden Sie auch im Gabler Wirtschaftslexikon .

Die Bestandteile des Maschinenstundensatzes

Um den Satz korrekt zu berechnen, müssen Sie zwischen maschinenabhängigen und maschinenunabhängigen Kosten unterscheiden. In den Stundensatz fließen nur die maschinenabhängigen Kosten ein. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

Bestandteile der Maschinenkosten Kostenarten im Überblick Fixe Kosten • Kalkulatorische Abschreibung • Kalkulatorische Zinsen • Raumkosten (Miete/Heizung) • Versicherungen Variable Kosten • Energiekosten (Strom/Wasser) • Instandhaltung & Wartung • Werkzeugkosten • Hilfs- & Betriebsstoffe
  • Kalkulatorische Abschreibung: Der Wertverlust der Maschine über ihre Nutzungsdauer. Meist wird hier der Wiederbeschaffungswert zugrunde gelegt, nicht der Anschaffungswert.
  • Kalkulatorische Zinsen: Das im Anlagevermögen gebundene Kapital muss verzinst werden, da es nicht anderweitig angelegt werden kann.
  • Raumkosten: Flächenbedarf der Maschine inkl. Bedienungs- und Wartungsflächen multipliziert mit dem Quadratmetersatz.
  • Energiekosten: Stromverbrauch pro Stunde multipliziert mit dem Strompreis.
  • Instandhaltung: Kosten für Wartung, Reparaturen und Ersatzteile.

Maschinenstundensatz Formel

Die mathematische Grundlage ist simpel: Alle maschinenabhängigen Kosten eines Jahres werden durch die jährliche Laufzeit geteilt.

Allgemeine Formel:

\[ \text{Maschinenstundensatz} = \frac{\text{Maschinenabhängige Gemeinkosten (pro Jahr)}}{\text{Maschinenlaufzeit (Stunden pro Jahr)}} \]

Detaillierte Berechnung:

\[ \text{MSS} = \frac{\text{Kalk. Abschreibung} + \text{Kalk. Zinsen} + \text{Raumkosten} + \text{Energiekosten} + \text{Instandhaltung}}{\text{Laufzeit}} \]

Erklärung der Variablen:

  • MSS : Maschinenstundensatz (€/h)
  • Laufzeit : Tatsächliche oder geplante Nutzungsstunden pro Jahr (ohne Stillstandzeiten).

Interaktiver Maschinenstundensatz Rechner

Nutzen Sie diesen Rechner, um schnell einen Richtwert für Ihre Maschine zu ermitteln. Geben Sie einfach Ihre geschätzten Jahreswerte ein.

Maschinenstundensatz-Rechner

Ihr Maschinenstundensatz: -- €

Schritt-für-Schritt Beispielrechnung

Lassen Sie uns die Theorie an einem konkreten Beispiel einer CNC-Fräsmaschine verdeutlichen.

Annahmen:

  • Wiederbeschaffungswert: 120.000 €
  • Nutzungsdauer: 8 Jahre
  • Kalkulatorischer Zinssatz: 6 %
  • Raumbedarf: 25 m² (inkl. Wege) zu 100 €/m² Jahresmiete
  • Stromverbrauch: 15.000 kWh zu 0,30 €/kWh
  • Wartungskosten: 3.000 € pro Jahr
  • Laufzeit: 1.600 Stunden pro Jahr

Berechnung:

  1. Abschreibung: 120.000 € / 8 Jahre = 15.000 €
  2. Zinsen: (120.000 € / 2) × 0,06 = 3.600 €
  3. Raumkosten: 25 m² × 100 € = 2.500 €
  4. Energiekosten: 15.000 kWh × 0,30 € = 4.500 €
  5. Instandhaltung: 3.000 €

Gesamtkosten pro Jahr: 15.000 + 3.600 + 2.500 + 4.500 + 3.000 = 28.600 €

Maschinenstundensatz: 28.600 € / 1.600 h = 17,88 € pro Stunde

Häufige Fehler vermeiden

Bei der Berechnung schleichen sich oft Fehler ein, die Ihre Angebote unwirtschaftlich machen können:

  • Falsche Laufzeit: Rechnen Sie nicht mit 365 Tagen à 24 Stunden. Berücksichtigen Sie Wartungszeiten, Rüstzeiten, Urlaub und Krankheit.
  • Anschaffungswert statt Wiederbeschaffungswert: Wenn die Maschine in 10 Jahren ersetzt werden muss, ist sie wahrscheinlich teurer als heute. Kalkulieren Sie mit dem zukünftigen Preis, um Substanzerhalt zu sichern.
  • Vergessene Nebenkosten: Hilfsstoffe wie Kühlmittel oder Schmiermittel werden oft übersehen.

Fazit

Der Maschinenstundensatz ist ein mächtiges Werkzeug für eine präzise Preiskalkulation. Nur wer seine Kosten kennt, kann marktgerechte Preise anbieten, die auch Gewinne erwirtschaften. Nutzen Sie unseren Rechner und überprüfen Sie Ihre Sätze regelmäßig, mindestens einmal jährlich, um auf Energiepreisschwankungen oder Zinsänderungen zu reagieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Anschaffungswert und Wiederbeschaffungswert?

Der Anschaffungswert ist der Preis, den Sie ursprünglich bezahlt haben. Der Wiederbeschaffungswert ist der geschätzte Preis, den eine gleichwertige neue Maschine kosten würde, wenn die alte ersetzt werden muss. Für die Kalkulation sollte der Wiederbeschaffungswert genutzt werden.

Wie berechne ich die kalkulatorischen Zinsen?

Die gängigste Methode ist die Durchschnittsmethode: (Anschaffungskosten / 2) × Zinssatz. Man teilt durch 2, da das gebundene Kapital über die Nutzungsdauer durch Abschreibungen im Durchschnitt nur zur Hälfte gebunden ist.

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