Demand Planning (Bedarfsplanung) ist der Motor einer resilienten Lieferkette. Es handelt sich um einen funktionsübergreifenden Prozess, den Unternehmen nutzen, um die Kundennachfrage zu erfüllen und gleichzeitig unnötige Lagerbestände sowie Betriebskosten zu minimieren. Durch die Integration historischer Verkaufsdaten, Markttrends und statistischer Modellierung können Unternehmen von reaktiver Brandbekämpfung zu proaktivem strategischem Wachstum übergehen.
Was ist Demand Planning?
Im Kern geht es beim Demand Planning um Genauigkeit. Es beinhaltet die Vorhersage der zukünftigen Nachfrage, um sicherzustellen, dass Produkte so effizient wie möglich geliefert werden können. Laut der Association for Supply Chain Management (ASCM) kann eine effektive Planung die Lagerbestände um bis zu 20 % reduzieren, was sich direkt auf das Unternehmensergebnis auswirkt.
Die drei Säulen des Demand Planning
- Statistische Prognose: Nutzung historischer Daten und mathematischer Algorithmen zur Vorhersage zukünftiger Verkäufe.
- Produktportfolio-Management: Verwaltung des Lebenszyklus von Produkten, von der Neueinführung bis zum End-of-Life-Ausstieg.
- Trade Promotion Management: Berücksichtigung von Marketing-Events, Rabatten und Werbeaktionen, die die Nachfrage künstlich in die Höhe treiben.
Genauigkeit messen: Die MAPE-Formel
Um Ihre Planung zu verbessern, müssen Sie diese messen. Die gängigste Kennzahl ist der mittlere absolute prozentuale Fehler (Mean Absolute Percentage Error, MAPE).
Rechner für Prognosegenauigkeit
Prognosefehler: 10%
Best Practices für erfolgreiches Demand Planning
Um eine hohe Genauigkeit zu erreichen, sollten Unternehmen diese branchenüblichen Schritte befolgen:
- Daten bereinigen: Entfernen Sie Ausreißer wie einmalige Großaufträge, die keine wiederkehrende Nachfrage darstellen.
- Funktionsübergreifende Zusammenarbeit: Vertrieb und Marketing verfügen oft über Einblicke „vor Ort“, die Daten allein nicht erfassen können.
- In S&OP investieren: Sales and Operations Planning (S&OP) stellt sicher, dass der Bedarfsplan mit den finanziellen Zielen und Lieferkapazitäten übereinstimmt.
Fazit
Demand Planning ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungszyklus. Durch den Einsatz von Tools wie MAPE und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen können Unternehmen eine Lieferkette aufbauen, die sowohl agil als auch kosteneffizient ist. Weitere technische Standards zur Logistik finden Sie beim Council of Supply Chain Management Professionals (CSCMP).