Eigenkapitalquote Formel: Einfache Erklärung und präzise Anleitung zur Berechnung

Jan Weinland
17.1.2024

Die Eigenkapitalquote Formel erlaubt es Investoren und Managern, die Kapitalstruktur eines Unternehmens zu bewerten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie diese wichtige Finanzkennzahl berechnen und interpretieren können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Eigenkapitalquote wird berechnet, indem das Eigenkapital durch das Gesamtkapital dividiert und mit 100 multipliziert wird, wobei sie die Finanzstabilität und die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens anzeigt.
  • Die Kapitalstruktur und somit die Eigenkapitalquote beeinflussen maßgeblich die Solvenz des Unternehmens; eine hohe Quote erhöht die finanzielle Stabilität und eine niedrige Quote kann zu Zahlungsschwierigkeiten führen.
  • Die Eigenkapitalquote variiert je nach Branche und Unternehmensgröße, wobei unterschiedliche Strategien wie Gewinnthesaurierung oder Kapitalfreisetzung zur Optimierung der Quote eingesetzt werden können.

Die Formel zur Berechnung der Eigenkapitalquote

Die Formel Eigenkapitalquote wird berechnet, indem das Eigenkapital durch das Gesamtkapital des Unternehmens dividiert und mit 100 multipliziert wird, um einen Prozentsatz zu erhalten. Das Gesamtkapital zur Berechnung der Eigenkapitalquote wird als Summe aus Eigenkapital und Fremdkapital definiert, wobei die Bilanzsumme den Nenner der Formel darstellt. Die Verwendung der Begriffe “eigenkapitalquote eigenkapital gesamtkapital” ist in diesem Zusammenhang wichtig für das Verständnis der Berechnung.

Die mathematische Gleichung der Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote ist eine Kennzahl, die das Verhältnis des Eigenkapitals zum Gesamtkapital eines Unternehmens angibt und in Prozent ausdrückt. Sie ist ein wichtiger Indikator für die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens, da sie das Ausmaß der Finanzierung durch eigenes Kapital im Verhältnis zum Gesamtkapital darstellt. Die eigenkapitalquote definition bezieht sich somit auf das Verhältnis von Eigenkapital und Gesamtkapital, wobei die Eigenkapitalintensität eine Rolle spielt.

Um die Eigenkapitalquote zu berechnen, teilen Sie das Eigenkapital durch das Gesamtkapital und multiplizieren das Ergebnis mit 100. Das Ergebnis ist die Eigenkapitalquote in Prozent. Dabei entspricht das Eigenkapital dem Teil des Vermögens, der den Eigentümern des Unternehmens gehört, während das Gesamtkapital die Bilanzsumme umfasst, die sich aus Eigen- und Fremdkapital zusammensetzt.

Anwendungsbeispiel: Eigenkapitalquote berechnen

Nehmen wir an, ein fiktives Unternehmen hat ein Eigenkapital von 300.000 Euro und ein Fremdkapital von 900.000 Euro. Das ergibt ein Gesamtkapital von 1.200.000 Euro. Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital beträgt 25 Prozent, wenn wir das Eigenkapital durch das Gesamtkapital teilen und mit 100 multiplizieren, erhalten wir eine Eigenkapitalquote von 25 Prozent.

Für ein weiteres Beispiel, nehmen wir an, ein Unternehmen hat 7.000.000 € Eigenkapital und 28.000.000 € Fremdkapital, ergibt sich aus der Gesamtkapital von 35.000.000 € eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent. Wenn das Unternehmen jedoch Rückstellungen für einen Gerichtsprozess in Höhe von 2.000.000 € bildet, ändert sich die Bilanzstruktur und die Eigenkapitalquote verringert sich auf 16,67 Prozent bei einem angepassten Eigenkapital von 5.000.000 € und einem erhöhten Fremdkapital von 30.000.000 €. In diesem Fall ist die Bilanzkennzahl “Eigenkapitalquote” entscheidend für die Beurteilung der finanziellen Stabilität des Unternehmens.

Der Einfluss von Eigen- und Fremdkapital auf die Kapitalstruktur

Einfluss von Eigen- und Fremdkapital auf die Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur eines Unternehmens setzt sich aus Eigenkapital und Fremdkapital zusammen, die zur Finanzierung des Gesamtvermögens dienen. Dabei ist das Eigenkapital grundsätzlich unbefristet vorhanden, während das Fremdkapital dem Unternehmen kurzfristig, mittelfristig oder langfristig zur Verfügung steht.

Eine vertikale Betrachtung der Kapitalstruktur befasst sich mit dem Verhältnis von Eigenkapital und Fremdkapital zum Gesamtkapital, während die horizontale Betrachtung sich auf die Anlagendeckung durch Eigenkapital bezieht. Eine unausgewogene Kapitalstruktur mit einer niedrigen Eigenkapitalquote kann zu Überschuldung führen und die Solvenz des Unternehmens beeinträchtigen.

Die Rolle der Eigenkapitalquote in der Unternehmensfinanzierung

Die Eigenkapitalquote spielt eine wichtige Rolle in der Unternehmensfinanzierung und beeinflusst die Kreditwürdigkeit und Bonität. Sie wird von Kreditinstituten als wichtige Kennzahl betrachtet und dient als Indikator für das wirtschaftliche Agieren des Unternehmens.

Warum eine hohe Eigenkapitalquote wichtig ist

Eine hohe Eigenkapitalquote ermöglicht es dem Unternehmen:

  • finanzielle Stabilität zu wahren
  • auch ohne Fremdkapital liquide zu bleiben
  • in Krisenzeiten und bei finanziellen Rückschlägen abgesichert zu sein
  • Zugang zu besseren Kreditkonditionen zu haben
  • leichter Fremdkapital aufnehmen zu können.

Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote haben diese Vorteile.

Darüber hinaus signalisiert eine hohe Eigenkapitalquote potenziellen Investoren eine erfolgreiche Vergangenheit und gute Wirtschaftsführung, was das Vertrauen in das Unternehmen stärkt und sein Image auf dem Markt verbessert. Mit einem starken Eigenkapitalpolster kann das Unternehmen Investitionen für neue Projekte und Produkte tätigen, wobei das Verlustrisiko dank der soliden finanziellen Basis begrenzt bleibt.

Risiken einer niedrigen Eigenkapitalquote

Eine Eigenkapitalquote von unter 20 Prozent ist wirtschaftlich gefährlich und kann zu Zahlungsschwierigkeiten und im schlimmsten Fall zur Zahlungsunfähigkeit führen. Wenn der Verlust das vorhandene Eigenkapital übersteigt, kann das zu bilanzieller Überschuldung und zu Existenzgefährdung des Unternehmens führen.

Ein zu geringer Anteil an Eigenkapital kann die Kreditwürdigkeit des Unternehmens in Frage stellen und zu Schwierigkeiten bei der Finanzierung führen. Wirtschaftliche Schwankungen sind besonders risikoreich für Unternehmen mit niedriger Eigenkapitalquote, da sie kaum finanzielle Reserven haben. Bei sinkenden Absatzmengen oder unerwarteten Kosten sind Unternehmen mit geringem Eigenkapital besonders anfällig für Liquiditätsengpässe.

Strategien zur Optimierung der Eigenkapitalquote

Es gibt verschiedene Strategien, mit denen Unternehmen ihre Eigenkapitalquote verbessern können, einschließlich Kapitalerhöhungen, Gewinnthesaurierung und Kapitalfreisetzung durch Vermögensverkauf.

Kapitalfreisetzung durch Vermögensverkauf

Kapitalfreisetzung durch Verkauf von Vermögensgegenständen ermöglicht die Umwandlung von gebundenem Kapital in liquide Mittel. Durch das Sale-and-lease-back-Modell können Unternehmen Vermögensgegenstände verkaufen und sie durch Leasing weiterhin nutzen, ohne die Liquidität negativ zu beeinflussen.

Der Verkauf von Vermögenswerten kann dazu beitragen, die Abhängigkeit eines Unternehmens von Fremdkapital zu verringern.

Gewinnthesaurierung und Kapitalerhöhungen

Eine Kapitalerhöhung kann durch die Ausgabe neuer Aktien oder durch zusätzliche Einlagen der Gesellschafter erfolgen, um den Eigenkapitalanteil zu steigern. Gewinnthesaurierung, welche die Gewinne im Unternehmen belässt und nicht an Aktionäre oder Anteilseigner ausschüttet, führt zur Erhöhung des Eigenkapitals und kann auf offene Weise durch direkte Erhöhung der Rücklagen in der Bilanz oder verdeckt durch Bildung stiller Rücklagen erfolgen.

Ein höheres Eigenkapital, als Resultat der Kapitalerhöhung und Gewinnthesaurierung, trägt zu einem geringeren Verlustrisiko bei und ermöglicht Investitionen in neue Projekte und Produkte, ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden.

Die Bedeutung der Eigenkapitalquote für verschiedene Unternehmensgrößen

Die Bedeutung der Eigenkapitalquote variiert je nach Unternehmensgröße. Je höher die Eigenkapitalquote, desto besser sind Unternehmen in Krisenzeiten abgesichert. In der Regel haben große Unternehmen eine höhere Eigenkapitalquote als kleinere Unternehmen. Die ideale Höhe der Eigenkapitalquote kann branchenabhängig variieren und sollte laut EU-Vorschriften nie unter 8 % fallen.

Mittelständische Unternehmen sollten eine ausgewogene Eigenkapitalquote anstreben, die ihre finanzielle Stabilität sichert und gleichzeitig Investitionen mit Fremdkapital ermöglicht, wobei individuelle Unternehmensziele und Risikobereitschaft zu beachten sind.

Die optimale Eigenkapitalquote muss individuell bewertet werden und berücksichtigt Faktoren wie:

  • Unternehmensgröße
  • Gesellschaftsform
  • Branche
  • strategische Ziele.

Eigenkapitalquote im Vergleich: Branchenspezifische Unterschiede

In verschiedenen Branchen variieren die durchschnittlichen Eigenkapitalquoten stark. Hier sind einige Beispiele:

  • Im Mittelstand liegt der Richtwert bei etwa 31,4%
  • Handelsunternehmen haben oft höhere Eigenkapitalquoten
  • Das Hotelgewerbe hat niedrigere Eigenkapitalquoten
  • Anlagenintensive Produktionsbetriebe und Konzerne, die in Branchen mit hohem Investitionsbedarf tätig sind, weisen durchschnittlich eine hohe Eigenkapitalquote auf.

Andererseits haben Banken und Kreditinstitute meist eine relativ niedrige Eigenkapitalquote von weniger als 10%, wobei der Mindestwert bei 8 Prozent liegt. Das Ertragsrisiko beeinflusst die notwendige Höhe der Eigenkapitalquote einer Branche, wobei ein höheres Ertragsrisiko eine höhere Quote erfordert. Eine als ‘gut’ angesehene Eigenkapitalquote variiert je nach Branchenzugehörigkeit; sie reicht von 20-25% in Deutschland allgemein bis zu über 30%, was als besonders gesund für die Absicherung in Krisenzeiten angesehen wird.

Leverage-Effekt und seine Auswirkungen auf die Eigenkapitalquote

Der Leverage-Effekt tritt ein, wenn die Rendite des Gesamtkapitals (Gesamtkapitalrendite) größer ist als die Fremdkapitalkosten, und erhöht die Eigenkapitalrentabilität. Dieser Effekt kann sich positiv auswirken, indem er das Eigenkapital und die Eigenkapitalrendite vermehrt, sofern die Rendite der Investition über dem Zinssatz für das aufgenommene Fremdkapital liegt.

Eine Voraussetzung für den positiven Leverage-Effekt ist, dass das Unternehmen in der Lage ist, Gewinne zu erwirtschaften und günstiges Fremdkapital aufzunehmen. Ein negativer Leverage-Effekt tritt ein, wenn der Zins für das bereitgestellte Fremdkapital höher ist als die Gesamtkapitalrentabilität, was die Eigenkapitalrentabilität senkt. Eine höhere Fremdkapitalquote kann die Eigenkapitalrentabilität verbessern, erhöht aber auch das Beschäftigungsrisiko.

Zusammenfassung

In diesem Beitrag haben wir die Bedeutung der Eigenkapitalquote als Schlüsselindikator für die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens diskutiert. Wir haben gesehen, wie diese Kennzahl berechnet wird und wie sie von verschiedenen Faktoren wie der Größe und Branche des Unternehmens beeinflusst wird. Darüber hinaus haben wir Strategien zur Optimierung der Eigenkapitalquote und die Auswirkungen des Leverage-Effekts auf diese Kennzahl untersucht.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechnet man die Eigenkapitalquote?

Die Eigenkapitalquote wird mit der Formel (Eigenkapital / Gesamtkapital) * 100 berechnet. Zur Berechnung benötigen Sie Ihre Bilanz, und Banken nutzen die Eigenkapitalquote zur Bewertung der Kreditwürdigkeit.

Wie berechnet man das EK?

Um das Eigenkapital zu berechnen, verwendet man die Formel: Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital. Man kann es auch durch die Differenz zwischen Vermögen und Schulden ermitteln.

Wie hoch ist eine gute Eigenkapitalquote?

Eine gute Eigenkapitalquote sollte idealerweise über 20 % liegen, während über 30 % als eine gesunde Eigenkapitalquote angesehen wird und zusätzliche Sicherheit in Krisenzeiten bietet.

Was gehört zur Eigenkapitalquote?

Die Eigenkapitalquote umfasst das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Fremdkapital in einem Unternehmen sowie den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital. Sie ist eine wichtige Kennzahl für die Kapitalstruktur und wird in Prozent angegeben.