Warum können Großkonzerne Produkte oft günstiger anbieten als kleine Manufakturen? Das Geheimnis liegt oft nicht nur in günstigeren Einkaufspreisen, sondern in einem fundamentalen betriebswirtschaftlichen Effekt: der Fixkostendegression. Dieser Mechanismus ist einer der wichtigsten Hebel für Profitabilität in der Produktion und Dienstleistung.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie diesen Effekt berechnen, nutzen und wo seine Grenzen liegen.
Was ist Fixkostendegression?
Die Fixkostendegression beschreibt das Phänomen, dass sich die fixen Kosten pro Stück verringern, wenn die Produktionsmenge steigt. Während die gesamten Fixkosten (wie Miete, Abschreibungen oder Gehälter der Verwaltung) konstant bleiben, verteilen sie sich bei höherer Auslastung auf mehr Einheiten.
Dies ist ein zentraler Bestandteil der sogenannten Economies of Scale (Skaleneffekte). Je mehr Sie produzieren, desto „billiger“ wird das einzelne Produkt in der Herstellung – vorausgesetzt, die variablen Kosten bleiben konstant.
Die mathematische Formel
Um den Effekt zu berechnen, benötigen wir eine einfache betriebswirtschaftliche Formel. Hierbei werden die gesamten Fixkosten durch die produzierte Menge geteilt.
Ein Praxisbeispiel
Stellen Sie sich vor, Sie betreiben eine kleine Druckerei für T-Shirts. Ihre monatlichen Fixkosten (Maschinenleasing, Raummiete) betragen 2.000 €.
- Szenario A: Sie drucken 100 T-Shirts im Monat.
Rechnung: 2.000 € / 100 = 20,00 € Fixkostenanteil pro Shirt. - Szenario B: Sie erhalten einen Großauftrag und drucken 1.000 T-Shirts.
Rechnung: 2.000 € / 1.000 = 2,00 € Fixkostenanteil pro Shirt.
Durch die Steigerung der Menge sinkt der Kostenanteil pro T-Shirt massiv, was Ihre Gewinnmarge pro Stück erhöht oder Ihnen erlaubt, den Preis zu senken, um wettbewerbsfähiger zu sein.
Interaktiver Fixkosten-Rechner
Nutzen Sie diesen Rechner, um zu simulieren, wie sich unterschiedliche Produktionsmengen auf Ihre Stückkosten auswirken.
Grenzen: Sprungfixe Kosten
Der Effekt der Fixkostendegression hält nicht ewig an. Jedes Unternehmen stößt irgendwann an Kapazitätsgrenzen. Wenn Ihre Druckmaschine aus dem obigen Beispiel maximal 1.000 T-Shirts pro Monat schafft und Sie 1.001 T-Shirts produzieren wollen, müssen Sie eine zweite Maschine kaufen oder mieten.
In diesem Moment steigen die Fixkosten sprunghaft an (z.B. von 2.000 € auf 4.000 €). Dies nennt man sprungfixe Kosten. Die Kurve der Stückkosten macht an dieser Stelle einen Sprung nach oben, bevor der Degressionseffekt bei weiterer Mengensteigerung wieder einsetzt.
Zusammenfassung
Die Fixkostendegression ist ein mächtiges Werkzeug in der Preiskalkulation. Wer seine Auslastung optimiert, kann Wettbewerber preislich unterbieten oder höhere Margen erzielen. Achten Sie jedoch stets auf die Kapazitätsgrenzen, um nicht von sprungfixen Kosten überrascht zu werden.
der Produktion
mehr Einheiten
besserer Preis