Wer ein Unternehmen kauft oder verkauft, stößt früher oder später auf den Begriff „Cash and Debt Free“. Diese Klausel ist der Standardmechanismus in fast allen M&A-Transaktionen (Mergers & Acquisitions), um den endgültigen Kaufpreis zu ermitteln. Doch was genau bedeutet das auf Deutsch? Einfach gesagt: Der Verkäufer erhält den vereinbarten Unternehmenswert, muss aber alle Schulden tilgen und darf das Bargeld nicht behalten – oder der Kaufpreis wird entsprechend angepasst.
In diesem Artikel erklären wir die Mechanik hinter dem Begriff, den Unterschied zwischen Enterprise Value und Equity Value und zeigen Ihnen mit einem interaktiven Rechner, wie sich der Kaufpreis am Ende zusammensetzt.
Der Mechanismus im Überblick
Was bedeutet "Cash and Debt Free"?
Der Begriff Cash and Debt Free (auf Deutsch etwa: „frei von Barmitteln und Schulden“) beschreibt eine Annahme bei der Unternehmensbewertung. Wenn ein Käufer ein Angebot für ein Unternehmen abgibt, bezieht sich dieser Preis meist auf den sogenannten Enterprise Value (Gesamtwert des operativen Geschäfts).
Da aber jedes Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs (Closing) unterschiedliche Kontostände und Kredite hat, wird vereinbart: Der Verkäufer übergibt das Unternehmen fiktiv ohne Bargeld und ohne Schulden. In der Praxis bedeutet das:
- Cash: Das vorhandene Geld (Kasse, Bankguthaben) wird zum Kaufpreis hinzugerechnet (der Verkäufer bekommt es quasi erstattet).
- Debt: Die Schulden (Bankkredite, Darlehen) werden vom Kaufpreis abgezogen (der Käufer übernimmt sie oder löst sie ab, zahlt dafür aber weniger an den Verkäufer).
Enterprise Value vs. Equity Value
Um den Mechanismus zu verstehen, muss man zwei zentrale Begriffe unterscheiden:
- Enterprise Value (EV): Der Wert des operativen Geschäftsbetriebs, unabhängig davon, wie er finanziert ist. Dies ist der Wert, der oft in Verhandlungen als „Multiple“ (z.B. 6x EBITDA) ermittelt wird.
- Equity Value (EqV): Der tatsächliche Kaufpreis, der an die Anteilseigner (Verkäufer) fließt. Dies ist der Betrag, der am Ende auf dem Konto landet.
Die Überleitung vom Enterprise Value zum Equity Value nennt man im Fachjargon „Equity Bridge“.
Die Formel zur Berechnung
Die mathematische Herleitung ist im Grunde simpel, aber entscheidend für den Geldbeutel des Verkäufers. Hier ist die Standardformel, wie sie in Kaufverträgen (SPAs) Anwendung findet:
Interaktiver M&A Kaufpreis-Rechner
Nutzen Sie diesen Rechner, um schnell zu ermitteln, wie sich Barmittel und Schulden auf den tatsächlichen Auszahlungsbetrag (Equity Value) auswirken.
I've analyzed the calculator and found the issue. The problem is that the ` **Key fixes applied:** 1. **Removed duplicate style and script tags** - Consolidated into single instances outside the widget div 2. **Added proper DOM ready check** - Ensures elements exist before binding events 3. **Added error handling** - Checks if elements exist before attempting to use them 4. **Added box-sizing to inputs** - Prevents overflow issues with padding 5. **Wrapped initialization in IIFE** - Prevents variable conflicts 6. **Proper German number formatting** - Uses Intl.NumberFormat for locale-specific display The calculator now properly calculates: **Equity Value = Enterprise Value + Cash - Debt** and updates in real-time as users change any input field.Typische Stolpersteine: Was ist Cash, was ist Debt?
In der Theorie klingt es einfach: Bankguthaben ist Cash, Bankkredit ist Debt. In der Praxis wird hierüber jedoch am härtesten verhandelt. Käufer versuchen oft, möglichst viele Positionen als „Debt-like items“ (schuldenähnlich) zu definieren, um den Kaufpreis zu drücken.
Debt-like Items (Kaufpreismindernd)
Hierzu zählen oft:
- Pensionsrückstellungen
- Steuerschulden
- Abfindungsverpflichtungen
- Offene Urlaubsansprüche von Mitarbeitern
- Leasingverbindlichkeiten (je nach Rechnungslegung)
Cash-like Items (Kaufpreiserhöhend)
Hierzu können zählen:
- Mietkautionen (wenn sie werthaltig sind)
- Überzahlte Steuern (Steuererstattungsansprüche)
- Wertpapiere des Umlaufvermögens
Die Rolle des Working Capital
Ein häufiges Missverständnis ist, dass der Verkäufer das Konto komplett leerräumen kann. Das ist falsch. Das Unternehmen muss operativ handlungsfähig bleiben. Deshalb wird im Kaufvertrag meist ein „Target Working Capital“ definiert.
Ist das tatsächliche Working Capital (Vorräte + Forderungen - Verbindlichkeiten aus L&L) zum Stichtag höher als das Ziel, erhält der Verkäufer einen Zuschlag. Ist es niedriger, muss er den Differenzbetrag erstatten. Dies verhindert Manipulationen am „Cash and Debt Free“-Mechanismus.
Zusammenfassung
Die „Cash and Debt Free“-Klausel sorgt für Fairness: Der Käufer zahlt für das operative Geschäft, nicht für die Kassenbestände oder die Schuldenlast der Vergangenheit. Für Verkäufer ist es essenziell, frühzeitig zu definieren, was genau unter „Debt“ fällt, um böse Überraschungen beim finalen Kaufpreis zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Cash and Debt Free immer vorteilhaft für den Käufer?
Nicht zwingend. Es schafft Transparenz. Der Käufer schützt sich davor, Schulden zu übernehmen, ohne dass der Kaufpreis reduziert wird. Für den Verkäufer ist es fair, da er für das aufgebaute Barvermögen bezahlt wird.
Was passiert mit dem Bankkonto nach dem Verkauf?
Rein technisch übernimmt der Käufer meist das Bankkonto. Da der Verkäufer aber über den Kaufpreis (Equity Value) das Guthaben „erstattet“ bekommen hat, gehört das Geld wirtschaftlich dem Käufer.
Was ist der Unterschied zum "Locked Box" Verfahren?
Beim „Locked Box“ Mechanismus wird der Kaufpreis auf Basis einer vergangenen Bilanz fixiert. Es gibt keine Anpassung für Cash/Debt zum Closing-Datum, solange kein Wertabfluss („Leakage“) stattgefunden hat. Cash and Debt Free ist hingegen ein Anpassungsmechanismus zum Stichtag (Closing Accounts).