Flexible Plankostenrechnung: Formeln, Beispiele & Rechner

Was ist die flexible Plankostenrechnung? Lernen Sie die Unterschiede zur starren Rechnung, die Berechnung der Sollkosten und nutzen Sie unseren interaktiven Rechner für Verbrauchsabweichungen.

In der modernen Kostenrechnung reicht es oft nicht aus, nur stur Planzahlen mit Istzahlen zu vergleichen. Wenn die Produktion schwankt, liefert ein starrer Vergleich verzerrte Ergebnisse. Hier kommt die flexible Plankostenrechnung ins Spiel. Sie ist eines der mächtigsten Instrumente im Controlling, um echte Wirtschaftlichkeit von bloßen Beschäftigungsschwankungen zu unterscheiden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Sollkosten berechnen, Abweichungen analysieren und warum die Trennung von fixen und variablen Kosten der Schlüssel zum Erfolg ist.

Grafische Darstellung der flexiblen Plankostenrechnung Diagramm zeigt den Verlauf von Fixkosten, Sollkosten und verrechneten Plankosten sowie die Abweichungen. Beschäftigung (x) Kosten (K) Fixkosten (Kf) Sollkosten (Ks) Verrechnete Plankosten Ist-Beschäftigung Beschäftigungsabweichung

Was ist die flexible Plankostenrechnung?

Die flexible Plankostenrechnung ist ein Verfahren der Kostenrechnung, das im Gegensatz zur starren Plankostenrechnung die Kosten in fixe und variable Bestandteile aufspaltet. Dies ermöglicht eine Anpassung der geplanten Kosten an die tatsächliche Beschäftigung (Produktionsmenge, Maschinenstunden etc.).

Das Hauptziel ist eine präzise Kostenkontrolle. Wenn in einer Periode weniger produziert wird als geplant, sinken die variablen Kosten, während die Fixkosten gleich bleiben. Die flexible Plankostenrechnung berechnet, welche Kosten bei der tatsächlichen Auslastung hätten entstehen dürfen (Sollkosten) und vergleicht diese mit den tatsächlich angefallenen Kosten (Istkosten).

Wichtig: Nur durch die Trennung in Fixkosten und variable Kosten kann ermittelt werden, ob eine Kostenüberschreitung durch Unwirtschaftlichkeit (Verschwendung) oder einfach durch eine geänderte Auslastung entstanden ist.

Der Kern: Sollkosten berechnen

Der zentrale Begriff der flexiblen Plankostenrechnung sind die Sollkosten. Sie geben an, wie hoch die Kosten bei der tatsächlichen Beschäftigung hätten sein dürfen. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Plankosten, angepasst an den Ist-Beschäftigungsgrad.

Formel zur Berechnung der Sollkosten:

\[ K_s = K_{fix} + k_{var} \cdot x_{ist} \]

Erklärung der Bestandteile:

  • \(K_s\): Sollkosten (angepasste Plankosten)
  • \(K_{fix}\): Geplante Fixkosten (bleiben konstant)
  • \(k_{var}\): Variable Plankosten pro Stück/Einheit
  • \(x_{ist}\): Tatsächliche Beschäftigung (Ist-Menge)

Die Abweichungsanalyse: Wo geht das Geld hin?

Die flexible Plankostenrechnung erlaubt eine detaillierte Analyse, warum die tatsächlichen Kosten von den geplanten Kosten abweichen. Wir unterscheiden dabei zwei Hauptarten von Abweichungen:

1. Verbrauchsabweichung

Dies ist die "echte" Abweichung, die dem Kostenstellenleiter angelastet werden kann. Sie zeigt an, ob wirtschaftlich oder unwirtschaftlich gearbeitet wurde (z. B. höherer Materialverbrauch als geplant, Preissteigerungen).

Formel: \( \text{Verbrauchsabweichung} = K_{ist} - K_s \)

2. Beschäftigungsabweichung

Diese Abweichung entsteht, wenn die tatsächliche Auslastung von der geplanten Auslastung abweicht. Da die Fixkosten auf die geplante Menge verteilt wurden (Fixkostenproportionalisierung), führt eine Unterbeschäftigung dazu, dass die Fixkosten pro Stück rechnerisch nicht gedeckt sind. Dies liegt meist nicht im Verantwortungsbereich des Kostenstellenleiters, sondern eher im Vertrieb oder der Produktionsplanung.

Formel: \( \text{Beschäftigungsabweichung} = K_s - K_{verr} \)

(Wobei \(K_{verr}\) die verrechneten Plankosten sind.)

Rechner: Sollkosten & Abweichungen

Geben Sie Ihre Plandaten und Istdaten ein, um die Sollkosten und Abweichungen automatisch zu berechnen.

Unterschied: Starre vs. Flexible Plankostenrechnung

Viele Unternehmen starten mit der starren Plankostenrechnung, stoßen aber schnell an Grenzen. Hier ist der direkte Vergleich:

Merkmal Starre Plankostenrechnung Flexible Plankostenrechnung
Kostentrennung Keine Trennung (alles wird proportionalisiert) Trennung in Fixkosten und variable Kosten
Anpassung an Ist-Beschäftigung Nein (starr) Ja (über Sollkosten)
Aussagekraft bei Schwankungen Gering (Abweichungen nicht interpretierbar) Hoch (Ursachenanalyse möglich)

Varianten der flexiblen Plankostenrechnung

Es gibt zwei Ausprägungen dieses Verfahrens, die sich darin unterscheiden, wie sie mit den Fixkosten umgehen:

  • Flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis: Hier werden die Fixkosten zwar separat berechnet, aber am Ende dennoch auf die Kostenträger verrechnet. Dies ermöglicht die Berechnung der Beschäftigungsabweichung (siehe oben).
  • Flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis (Grenzplankostenrechnung): Hier werden den Kostenträgern nur die variablen Kosten zugerechnet. Die Fixkosten werden als Block direkt in das Betriebsergebnis übernommen. Die Beschäftigungsabweichung entfällt hier, da keine Fixkosten proportionalisiert werden.

Für tiefergehende Definitionen und akademische Hintergründe empfiehlt sich ein Blick in das Gabler Wirtschaftslexikon.

Fazit

Die flexible Plankostenrechnung ist unverzichtbar für Unternehmen, deren Auslastung schwankt. Sie verhindert, dass Controller falsche Schlüsse ziehen, nur weil die Produktionsmenge vom Plan abweicht. Durch die Berechnung der Sollkosten schaffen Sie Transparenz und können gezielt gegen echte Unwirtschaftlichkeit vorgehen.

Zusammenfassung: Flexible Plankostenrechnung Das Wichtigste auf einen Blick 1. Trennung Fixkosten vs. Variable Kosten 2. Sollkosten Angepasst an Ist-Beschäftigung 3. Kontrolle Verbrauchs- & Beschäftigungsabw. Ergebnis Präzise Steuerung auch bei schwankender Produktion

Kostenloses Erstgespräch

Lassen Sie uns über Ihre finanziellen Ziele sprechen.

Termin vereinbaren