Konsumgüter Beispiele: Definition, Arten & Unterschied zu Produktionsgütern

Was sind Konsumgüter? Definition, Beispiele für Verbrauchs- und Gebrauchsgüter sowie der Unterschied zu Produktionsgütern einfach erklärt.

Jeden Tag kaufen wir sie, nutzen sie und verbrauchen sie: Konsumgüter. Ob der Kaffee am Morgen, das Smartphone in der Hand oder das Auto in der Garage – unser Alltag wird von diesen Gütern bestimmt. Doch aus wirtschaftlicher Sicht ist nicht jedes gekaufte Produkt automatisch ein Konsumgut. Wo liegt die Grenze zu Produktionsgütern? Und warum unterscheidet das Marketing zwischen Convenience Goods und Specialty Goods?

In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Definition, die verschiedenen Arten und erhalten praxisnahe Konsumgüter Beispiele, die Ihnen helfen, das Thema vollständig zu durchdringen.

Klassifizierung von Wirtschaftsgütern Ein Diagramm, das die Unterteilung von Wirtschaftsgütern in Produktions- und Konsumgüter sowie deren Unterkategorien zeigt. Wirtschaftsgüter Produktionsgüter (Für Unternehmen) Konsumgüter (Für Privathaushalte) Verbrauchsgüter Einmalige Nutzung Bsp: Nahrung, Benzin Gebrauchsgüter Mehrmalige Nutzung Bsp: Auto, Möbel

Was sind Konsumgüter? Eine Definition

Konsumgüter sind materielle oder immaterielle Güter, die von privaten Haushalten zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse verwendet werden. Der entscheidende Faktor ist hierbei der Verwendungszweck: Ein Gut wird zum Konsumgut, wenn es dem Endverbraucher dient und nicht zur Herstellung weiterer Güter in einem Produktionsprozess genutzt wird.

Im Gegensatz dazu stehen die Produktionsgüter (auch Investitionsgüter genannt), die von Unternehmen gekauft werden, um damit Wertschöpfung zu betreiben (z. B. Maschinen, Rohstoffe). Eine detaillierte Abgrenzung finden Sie auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

Beispiel zur Unterscheidung:

  • Konsumgut: Sie kaufen einen Laptop, um zu Hause Filme zu schauen und E-Mails zu schreiben.
  • Produktionsgut: Ein Software-Unternehmen kauft denselben Laptop, damit ein Mitarbeiter darauf Code programmieren kann.

Die zwei Hauptarten: Verbrauchs- vs. Gebrauchsgüter

Die klassische Einteilung von Konsumgütern erfolgt anhand ihrer Nutzungsdauer. Hier unterscheidet man zwischen zwei zentralen Kategorien:

1. Verbrauchsgüter

Diese Güter werden bei der Nutzung aufgebraucht oder transformiert. Sie existieren nach dem Konsum nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form. Sie werden in der Regel häufig und regelmäßig nachgekauft.

  • Beispiele: Lebensmittel (Brot, Äpfel), Kosmetika (Zahnpasta, Shampoo), Energie (Strom, Benzin), Medikamente.

2. Gebrauchsgüter

Diese Güter werden über einen längeren Zeitraum hinweg genutzt. Sie unterliegen zwar einem Verschleiß, werden aber nicht sofort vernichtet.

  • Beispiele: Kleidung, Möbel, Fahrzeuge, Haushaltsgeräte (Waschmaschine), Unterhaltungselektronik (Fernseher).

Klassifizierung im Marketing (Kaufgewohnheiten)

Im Marketing reicht die Unterscheidung nach Nutzungsdauer oft nicht aus. Hier werden Konsumgüter danach klassifiziert, wie viel Aufwand der Kunde bereit ist, für den Kauf zu betreiben (Copeland-Klassifikation). Dies hat direkten Einfluss auf die Preisgestaltung und die Verbraucherpreise, wie sie vom Statistischen Bundesamt (Destatis) erfasst werden.

Die 4 Marketing-Kategorien von Konsumgütern Übersicht über Convenience, Shopping, Specialty und Unsought Goods mit Merkmalen. Klassifizierung nach Kaufverhalten 1. Convenience Goods • Güter des täglichen Bedarfs • Geringer Suchaufwand • Niedriger Preis Bsp: Milch, Zeitung, Kaugummi 2. Shopping Goods • Such- & Vergleichsgüter • Vergleich von Preis/Qualität • Mittlerer Suchaufwand Bsp: Kleidung, Möbel, Reisen 3. Specialty Goods • Sonderprodukte / Luxus • Hohe Markentreue • Preis spielt untergeordnete Rolle Bsp: Luxusuhren, Profi-Kameras 4. Unsought Goods • Fremdinitiierte Güter • Kein aktiver Kaufwunsch • Bedarf muss geweckt werden Bsp: Versicherungen, Grabsteine

Preiselastizität der Nachfrage

Ein wichtiges Konzept zum Verständnis von Konsumgütern (besonders bei Shopping vs. Convenience Goods) ist die Preiselastizität. Sie misst, wie stark die Nachfrage reagiert, wenn sich der Preis ändert.

Formel zur Berechnung der Preiselastizität:

\[ E_{d} = \frac{\% \Delta Q}{\% \Delta P} = \frac{\frac{Q_2 - Q_1}{Q_1}}{\frac{P_2 - P_1}{P_1}} \]

Erklärung:

  • \(E_{d}\): Preiselastizität der Nachfrage
  • \(Q\): Nachgefragte Menge (Quantity)
  • \(P\): Preis (Price)

Hinweis: Convenience Goods (wie Brot) sind oft unelastisch (wir kaufen sie auch, wenn sie teurer werden), während Shopping Goods (wie Urlaubsreisen) oft elastisch reagieren.

Interaktiver Rechner: Budget für Konsumgüter (50-30-20 Regel)

Wie viel Ihres Einkommens sollten Sie für notwendige Verbrauchsgüter (Needs) und wie viel für Lifestyle-Gebrauchsgüter (Wants) ausgeben? Nutzen Sie diesen Rechner basierend auf der beliebten 50-30-20-Regel.

Budget-Planer

Notwendige Konsumgüter (50%): -
Wünsche / Lifestyle (30%): -
Sparen / Investieren (20%): -

Notwendig: Lebensmittel, Miete, Strom. Wünsche: Hobbys, Shopping Goods, Ausgehen.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist ein Auto ein Konsumgut?

Ja, wenn es privat genutzt wird, ist es ein Gebrauchsgut (langlebiges Konsumgut). Wird es jedoch von einem Taxiunternehmen gekauft, um damit Dienstleistungen zu erbringen, zählt es zu den Investitionsgütern.

Was sind digitale Konsumgüter?

Digitale Produkte wie E-Books, Streaming-Abos (Netflix, Spotify) oder Software für den privaten Gebrauch zählen ebenfalls zu den Konsumgütern. Sie werden oft als immaterielle Verbrauchsgüter klassifiziert.

Was ist der Unterschied zwischen Konsumgütern und Investitionsgütern?

Der Unterschied liegt im Nutzer: Konsumgüter dienen der privaten Bedürfnisbefriedigung. Investitionsgüter dienen Unternehmen zur Herstellung anderer Güter oder Dienstleistungen.

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