Meldebestand Berechnen: Formel, Definition & Kostenloser Rechner

Was ist der Meldebestand? Lernen Sie die Definition, nutzen Sie die einfache Formel zur Berechnung und optimieren Sie Ihr Lager mit dem kostenlosen Rechner.

Ein optimaler Lagerbestand ist der schmale Grat zwischen gebundenem Kapital und Lieferengpässen. Der Meldebestand (auch Bestellpunkt genannt) ist dabei die wichtigste Kennzahl für Disponenten und Lagerleiter. Er signalisiert exakt den Zeitpunkt, an dem eine Nachbestellung ausgelöst werden muss, um einen reibungslosen Betriebsablauf zu gewährleisten, ohne das Lager unnötig zu überfüllen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie den Meldebestand präzise berechnen, wie er sich vom Mindestbestand unterscheidet und wie Sie unser interaktives Tool für Ihre Lageroptimierung nutzen können.

Der Lagerzyklus im Überblick

Bevor wir in die Formeln einsteigen, hilft ein Blick auf den typischen Bestandsverlauf. Die folgende Grafik verdeutlicht, wie der Meldebestand als Auslöser im „Sägezahn-Modell“ der Lagerhaltung funktioniert.

Der Meldebestand im Lagerzyklus Ein Diagramm, das den Bestandsverlauf über die Zeit zeigt und visualisiert, wann der Meldebestand eine Nachbestellung auslöst. Sicherheitsbestand (Eiserne Reserve) Meldebestand Bestellung ausgelöst Lieferzeit (Wiederbeschaffung)

Was ist der Meldebestand?

Der Meldebestand definiert den Lagerbestand, bei dessen Erreichen eine Bestellung ausgelöst werden muss. Er ist so kalkuliert, dass die neue Ware genau dann eintrifft, wenn der Vorrat bis auf den Sicherheitsbestand (Mindestbestand) aufgebraucht ist.

Er dient als Puffer gegen Unsicherheiten und stellt sicher, dass trotz der Lieferzeit (Wiederbeschaffungszeit) keine „Stock-outs“ (Fehlmengen) entstehen. Im Gegensatz zum Mindestbestand, der als eiserne Reserve nur in Notfällen angegriffen werden sollte, ist der Meldebestand eine aktive Kennzahl im operativen Tagesgeschäft.

Wichtige Begriffsabgrenzungen

  • Mindestbestand (Sicherheitsbestand): Die Reserve für unvorhergesehene Ereignisse (z. B. Lieferverzug).
  • Höchstbestand: Die maximale Menge, die das Lager fassen darf oder soll (aus Kostengründen).
  • Wiederbeschaffungszeit: Die Zeitspanne von der Bestellung bis zur physischen Einlagerung der Ware.

Die Formel zur Berechnung des Meldebestands

Um den Meldebestand zu ermitteln, benötigen Sie drei Variablen: Ihren täglichen Verbrauch, die Lieferzeit des Lieferanten und Ihren definierten Sicherheitsbestand.

Die Standard-Formel:

Nutzen Sie diese Gleichung für eine verbrauchsgesteuerte Disposition.

Formel zur Berechnung:

\[ Meldebestand = (\text{Tagesverbrauch} \times \text{Lieferzeit}) + \text{Mindestbestand} \]

Erklärung der Bestandteile:

  • Tagesverbrauch: Durchschnittliche Verkaufs- oder Verbrauchsmenge pro Tag.
  • Lieferzeit: Zeitdauer in Tagen von Bestellung bis Wareneingang.
  • Mindestbestand: Pufferbestand, der nicht unterschritten werden soll.

Hinweis: Stellen Sie sicher, dass die Zeiteinheiten (Tage) konsistent verwendet werden.

Praxisbeispiel

Nehmen wir an, Sie betreiben einen Handel für Bürobedarf:

  • Sie verkaufen durchschnittlich 50 Packungen Kopierpapier pro Tag.
  • Ihr Lieferant benötigt 4 Tage für die Lieferung.
  • Sie möchten einen Puffer von 100 Packungen (2 Tagesverbräuche) als Sicherheit behalten.

Rechnung: \((50 \times 4) + 100 = 300\)

Sobald Ihr Lagerbestand auf 300 Packungen sinkt, muss eine neue Bestellung ausgelöst werden.

Interaktiver Meldebestand-Rechner

Nutzen Sie unser Tool, um Ihren optimalen Bestellpunkt schnell zu ermitteln. Experimentieren Sie mit verschiedenen Lieferzeiten, um zu sehen, wie stark diese den benötigten Lagerplatz beeinflussen.

Meldebestand Rechner

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Warum ist der Meldebestand so wichtig?

Eine präzise Berechnung schützt Ihr Unternehmen vor zwei kostspieligen Extremen:

  1. Kapitalbindung durch Überbestände: Wenn Sie zu früh bestellen, lagern Sie Ware, die Platz wegnimmt und Liquidität bindet.
  2. Umsatzverlust durch „Out-of-Stock“: Bestellen Sie zu spät, können Sie Kundenaufträge nicht erfüllen. Dies führt nicht nur zu Umsatzeinbußen, sondern schadet langfristig der Kundenzufriedenheit.

Besonders in Zeiten volatiler Lieferketten empfiehlt es sich, die Lieferzeiten regelmäßig zu überprüfen und den Meldebestand dynamisch anzupassen.

Zusammenfassung

Der Meldebestand ist Ihr automatischer „Wecker“ für die Nachbestellung. Er kombiniert Ihren täglichen Bedarf mit der Zeit, die Ihr Lieferant benötigt, und addiert einen Sicherheitspuffer.

Zusammenfassung: Komponenten des Meldebestands Die 3 Säulen des Meldebestands Verbrauch Wie viel geht täglich raus? × Zeit Wie lange braucht die Lieferung? + Sicherheit Puffer für Notfälle = Meldebestand

Häufige Fragen (FAQ)

Ist der Meldebestand dasselbe wie der Mindestbestand?

Nein. Der Mindestbestand ist die eiserne Reserve, die nie unterschritten werden sollte. Der Meldebestand ist höher angesetzt und markiert den Zeitpunkt der Nachbestellung.

Wie oft sollte der Meldebestand überprüft werden?

Mindestens einmal pro Quartal oder bei signifikanten Änderungen im Absatzverhalten oder den Lieferzeiten Ihrer Lieferanten.

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