Wenn es um Kredite, Rentenversicherungen oder Sparpläne geht, fallen oft die Begriffe nachschüssig und vorschüssig. Doch was genau bedeuten diese Zahlungsweisen für Ihren Geldbeutel? Kurz gesagt: Bei einer nachschüssigen Zahlung fließt das Geld am Ende einer Periode (z. B. am Monatsende), während es bei einer vorschüssigen Zahlung am Anfang fließt.
Dieser kleine zeitliche Unterschied hat massive Auswirkungen auf die Zinsberechnung und den Endwert Ihrer Geldanlage oder die Kosten Ihres Kredits. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Definitionen, die mathematischen Hintergründe und können mit unserem integrierten Rechner direkt Szenarien durchspielen.
Visueller Vergleich: Zahlungszeitpunkte
Was bedeutet nachschüssig?
Der Begriff nachschüssig (lateinisch: postnumerando) beschreibt in der Finanzmathematik eine Zahlungsweise, bei der die Leistung erst nach Ablauf einer bestimmten Zeitperiode fällig wird. Die Periode ist dabei bereits „verstrichen“, bevor das Geld fließt.
Das klassische Beispiel aus dem Alltag ist das Gehalt: Sie arbeiten den ganzen Monat und erhalten Ihr Geld am Monatsende oder sogar erst am Anfang des Folgemonats. Auch bei Krediten (Annuitätendarlehen) sind die Raten fast immer nachschüssig fällig – Sie zahlen die Zinsen für den Zeitraum, in dem Sie das Geld bereits nutzen durften.
Der Unterschied zu vorschüssig
Im Gegensatz dazu steht die vorschüssige Zahlungsweise (lateinisch: pränumerando). Hier wird das Geld zu Beginn der Periode fällig. Das bekannteste Beispiel ist die Miete: Sie zahlen am 1. des Monats für den kommenden Monat. Auch Versicherungsbeiträge werden oft vorschüssig eingezogen.
Für detaillierte Definitionen lohnt sich oft ein Blick in das Gabler Banklexikon, welches die Begriffe präzise für den Bankensektor definiert.
Finanzmathematik: Formeln für nachschüssige Renten
In der Rentenrechnung ist die Unterscheidung essenziell, da das Geld bei der vorschüssigen Variante länger verzinst wird. Bei der nachschüssigen Rente fehlt die Verzinsung der ersten Rate für die erste Periode, da sie erst am Ende eingeht.
Rechner: Nachschüssige Sparrate berechnen
Nutzen Sie unseren interaktiven Rechner, um zu ermitteln, wie viel Kapital Sie mit einer nachschüssigen monatlichen Sparrate aufbauen können.
Vor- und Nachteile der Zahlungsweisen
Ob eine nachschüssige Zahlung vorteilhaft ist, hängt von der Perspektive ab (Zahler oder Empfänger):
- Für den Zahler (z. B. Kreditnehmer): Nachschüssig ist oft besser. Sie haben das Geld einen Monat länger zur Verfügung, bevor Sie die Rate zahlen müssen. Das schont die Liquidität.
- Für den Empfänger (z. B. Vermieter): Vorschüssig ist besser. Das Geld ist früher auf dem Konto und kann früher reinvestiert oder verzinst werden. Zudem sinkt das Risiko eines Zahlungsausfalls.
Für tiefergehende Informationen zur Zinsberechnung bietet auch die Deutsche Bundesbank umfangreiche Statistiken und Erklärungen zu Finanzbegriffen an.
Zusammenfassung
Die Unterscheidung zwischen nachschüssig und vorschüssig ist mehr als nur eine Formalität – sie entscheidet darüber, wann Geld fließt und wie Zinsen wirken. Merken Sie sich: Kredite und Gehälter sind meist nachschüssig (Ende des Monats), während Mieten und Versicherungen vorschüssig (Anfang des Monats) gezahlt werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist eine Rente immer nachschüssig?
Die gesetzliche Rente in Deutschland wird in der Regel nachschüssig am letzten Bankarbeitstag des Monats ausgezahlt. Private Rentenversicherungen können jedoch vertraglich auch vorschüssige Zahlungen vereinbaren.
Was ist besser: nachschüssig oder vorschüssig?
Beim Sparen ist vorschüssig besser, da das Geld früher verzinst wird und der Zinseszinseffekt stärker wirkt. Beim Zahlen von Krediten ist für den Schuldner nachschüssig angenehmer, da die Liquidität länger erhalten bleibt.