Fahrtenbuch führen: Anleitung, Pflichtangaben & Tipps

Erfahren Sie, wie Sie ein Fahrtenbuch finanzamtskonform führen. Sparen Sie Steuern durch den Vergleich zur 1-Prozent-Regelung. Inklusive Rechner und Checkliste.

Ein Firmenwagen ist eine beliebte Gehaltsextra, doch die steuerliche Abrechnung stellt viele vor eine Wahl: Pauschale Versteuerung oder Fahrtenbuch führen? Wer sein Fahrzeug überwiegend betrieblich nutzt, kann durch die exakte Aufzeichnung der Fahrten oft Tausende Euro im Jahr sparen. Doch das Finanzamt ist streng. Formfehler führen schnell zur Verwerfung des Fahrtenbuchs und zur teuren Nachversteuerung.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Angaben zwingend erforderlich sind, warum Excel-Tabellen oft nicht anerkannt werden und wie Sie mit unserem Rechner sofort prüfen können, ob sich der Aufwand für Sie lohnt.

Fahrtenbuch vs. 1-Prozent-Regelung Prozess Vergleich der steuerlichen Methoden und der Weg zum ordnungsgemäßen Fahrtenbuch. 1-Prozent-Regelung 1% Pauschale Versteuerung Wenig Aufwand Oft teurer VS Fahrtenbuch Exakte Abrechnung Hoher Aufwand Hohes Sparpotenzial Entscheidung hängt von Nutzung & Fahrzeugwert ab

Fahrtenbuch oder 1-Prozent-Regelung?

Bevor Sie beginnen, jede Fahrt zu dokumentieren, sollten Sie verstehen, warum es sich lohnt. Das Finanzamt bewertet die private Nutzung eines Firmenwagens als geldwerten Vorteil, der versteuert werden muss. Hierfür gibt es zwei Methoden:

  • Die 1-Prozent-Regelung: Pauschal werden monatlich 1 % des Bruttolistenpreises (plus Zuschläge für den Arbeitsweg) versteuert. Das ist einfach, aber bei teuren Fahrzeugen oder geringer Privatnutzung oft nachteilig.
  • Die Fahrtenbuchmethode: Sie versteuern nur den tatsächlichen Anteil der privaten Kosten. Wenn Sie den Wagen zu 90 % betrieblich nutzen, müssen Sie auch nur die 10 % Privatanteil an den Gesamtkosten versteuern.

Formel der 1-Prozent-Regelung (Monatlich):

\[ \text{Geldwerter Vorteil} = (\text{BLP} \times 1\%) + (\text{BLP} \times 0,03\% \times \text{km}) \]

Erklärung der Bestandteile:

  • BLP: Bruttolistenpreis des Fahrzeugs (Neupreis inkl. Sonderausstattung & MwSt)
  • km: Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

Pflichtangaben: Was muss im Fahrtenbuch stehen?

Damit das Finanzamt Ihr Fahrtenbuch anerkennt, muss es zeitnah, lückenlos und in geschlossener Form geführt werden. Nachträgliche Änderungen müssen erkennbar sein. Folgende Angaben sind für jede betriebliche Fahrt unverzichtbar:

  1. Datum der Fahrt.
  2. Kilometerstand zu Beginn und am Ende der Fahrt.
  3. Reiseziel (Ort, Straße, Hausnummer).
  4. Reisezweck (z. B. Kundenbesuch, Materialbeschaffung).
  5. Aufgesuchte Geschäftspartner (Name der Firma oder Person).

Für private Fahrten genügt die Angabe der Kilometerzahl; für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte reicht ein kurzer Vermerk.

Weitere Details zu den steuerlichen Anforderungen finden Sie direkt beim Bundesfinanzministerium.

Papier, Excel oder App: Die richtige Form

Ein häufiger Streitpunkt bei Betriebsprüfungen ist das Format. Eine lose Blattsammlung oder eine einfache Excel-Tabelle reichen nicht aus.

Warum Excel problematisch ist

Das Finanzamt fordert Fälschungssicherheit. Eine Excel-Datei kann jederzeit nachträglich geändert werden, ohne dass die Änderungen protokolliert werden. Daher werden Excel-Fahrtenbücher fast immer abgelehnt.

Elektronische Fahrtenbücher

Apps oder OBD-Stecker, die Fahrten automatisch via GPS aufzeichnen, sind komfortabel. Achten Sie darauf, dass der Anbieter ein Zertifikat für die Konformität mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoBD) besitzt. Gute Lösungen protokollieren jede nachträgliche Änderung (z. B. die Kategorisierung einer Fahrt als "Privat").

Rechner: Lohnt sich das Fahrtenbuch für Sie?

Nutzen Sie diesen Rechner, um eine grobe Einschätzung zu erhalten, ob die Fahrtenbuchmethode gegenüber der 1-Prozent-Regelung günstiger für Sie sein könnte.

Vergleichsrechner: 1% vs. Fahrtenbuch

Ergebnis

Steuerlicher Wert nach 1%-Regelung (ca.): € / Jahr

Steuerlicher Wert nach Fahrtenbuch: € / Jahr

Häufige Fehler und wie Sie diese vermeiden

Selbst bei gutem Willen schleichen sich Fehler ein, die bei einer Prüfung teuer werden können. Vermeiden Sie diese Klassiker:

  • Nachtragungen: Führen Sie das Buch täglich. Ein Nachtragen am Monatsende ist oft anhand des Schriftbildes oder der digitalen Logs nachweisbar.
  • Ungenaue Angaben: "Kundenbesuch" reicht oft nicht. Schreiben Sie "Kundenbesuch Firma Müller".
  • Abweichungen zum Werkstatt-TÜV-Bericht: Die Kilometerstände im Fahrtenbuch müssen mit den Rechnungen der Werkstatt übereinstimmen. Prüfer gleichen diese Daten ab.

Für detaillierte Informationen zur Verkehrssicherheit und Fahrzeugnutzung bietet auch der ADAC hilfreiche Ratgeber an.

Zusammenfassung Fahrtenbuch Fahrtenbuch-Checkliste Zeitnah Täglich führen, nicht am Monatsende Geschlossen Gebundenes Heft oder zertifizierte App Vollständig Datum, Ziel, Zweck, KM-Stand, Partner Wann lohnt es sich? 1. Hoher Bruttolistenpreis des Fahrzeugs 2. Hoher betrieblicher Nutzungsanteil 3. Bereitschaft zur Disziplin bei der Dokumentation

Fazit

Das Fahrtenbuch zu führen erfordert Disziplin, wird aber oft mit erheblichen Steuervorteilen belohnt, besonders bei teuren Fahrzeugen, die viel geschäftlich bewegt werden. Nutzen Sie digitale Hilfsmittel, um den Aufwand zu minimieren und die Rechtssicherheit zu erhöhen. Prüfen Sie einmal jährlich, ob ein Wechsel der Methode für Sie sinnvoll ist.

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