Wer Waren oder Dienstleistungen auf Ziel verkauft, erhält das Geld nicht sofort. In der Buchhaltung entsteht dadurch eine sogenannte Forderung. Doch wie bildet man diesen Vorgang korrekt ab? Wenn Sie nach einem klaren Forderung Buchungssatz Beispiel suchen, sind Sie hier genau richtig. In diesem Artikel führen wir Sie Schritt für Schritt durch die Buchungssätze – von der Rechnungsstellung bis zum Zahlungseingang – und klären auch Sonderfälle wie Skonto.
Was sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen?
Bevor wir uns die Buchungssätze ansehen, kurz zur Definition: Eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen (Forderungen a.LL.) entsteht, wenn Sie eine Leistung erbracht oder Ware geliefert haben, der Kunde aber noch nicht bezahlt hat. Buchhalterisch besitzen Sie einen Anspruch auf Zahlung gegenüber dem Debitor (Kunden).
In der Bilanz stehen Forderungen auf der Aktivseite (Umlaufvermögen). Das bedeutet, sie mehren sich im Soll und mindern sich im Haben.
Der Standard-Fall: Forderung bei Rechnungsstellung buchen
Das klassische Beispiel: Sie verkaufen Waren im Wert von 10.000 € netto an einen Kunden auf Ziel (Rechnung). Der Umsatzsteuersatz beträgt 19 %.
Der Buchungssatz (Rechnungsausgang)
Da die Forderung ein Aktivkonto ist und zunimmt, buchen wir sie im Soll. Die Umsatzerlöse (Ertragskonto) und die Umsatzsteuer (Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt) werden im Haben gebucht.
Forderungen a.LL. (11.900 €) an Umsatzerlöse (10.000 €) + Umsatzsteuer (1.900 €)
Hinweis: In gängigen Kontenrahmen wie SKR03 wäre dies oft: Konto 1400 (Forderungen) an 8400 (Erlöse 19%) und 1776 (Umsatzsteuer).
Buchungssatz: Zahlungseingang (Ausgleich der Forderung)
Wenn der Kunde die Rechnung per Banküberweisung begleicht, wird das Geld auf Ihrem Bankkonto gutgeschrieben (Aktivkonto Bank mehrt sich im Soll). Gleichzeitig existiert die Forderung nicht mehr (Aktivkonto Forderung mindert sich im Haben).
Bank (11.900 €) an Forderungen a.LL. (11.900 €)
Damit ist das Forderungskonto ausgeglichen und weist einen Saldo von 0 € auf.
Sonderfall: Buchung mit Skonto
Oft gewähren Unternehmen Skonto (z. B. 2 % bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen), um die Liquidität zu verbessern. Zahlt der Kunde unter Abzug von Skonto, müssen Sie die ursprüngliche Buchung korrigieren, da sich sowohl der Erlös als auch die Umsatzsteuer verringern.
Beispiel: Der Kunde zahlt die 11.900 € abzüglich 2 % Skonto.
- Skontobetrag Brutto: 238 €
- Zahlbetrag: 11.662 €
Bank (11.662 €) + Gewährte Skonti (200 €) + Umsatzsteuerkorrektur (38 €) an Forderungen a.LL. (11.900 €)
Für tiefergehende Informationen zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) empfehlen wir die Webseite der IHK oder das Bundesfinanzministerium.
Interaktiver Rechner: Brutto, Netto & Skonto
Nutzen Sie diesen Rechner, um schnell die Werte für Ihre Buchungssätze zu ermitteln.
Buchungs-Helfer
Zusammenfassung
Das korrekte Buchen von Forderungen folgt einer klaren Logik. Merken Sie sich den Grundsatz: Die Forderung entsteht im Soll (bei Rechnungsstellung) und erlischt im Haben (bei Zahlung). Sonderfälle wie Skonto oder uneinbringliche Forderungen erfordern Korrekturbuchungen, um die Umsatzsteuer anzupassen.
Häufige Fragen (FAQ)
Was passiert, wenn eine Forderung uneinbringlich wird?
Wenn feststeht, dass ein Kunde nicht zahlen wird (z. B. Insolvenz), muss die Forderung abgeschrieben werden. Der Buchungssatz lautet dann: Abschreibungen auf Forderungen + Umsatzsteuer an Forderungen a.LL. Damit holen Sie sich auch die abgeführte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurück.
Welches Konto ist "Forderungen a.LL."?
In den Standardkontenrahmen (SKR) sind dies meist:
- SKR 03: Konto 1400
- SKR 04: Konto 1200