Liquidität 2. Grades: Formel, Berechnung & Online-Rechner

Erfahren Sie alles über die Liquidität 2. Grades: Definition, Formel, Berechnung und ein interaktiver Rechner zur schnellen Analyse Ihrer Zahlungsfähigkeit.

Die Liquidität 2. Grades (auch Einzugsliquidität, Quick Ratio oder Acid Test Ratio genannt) ist eine der wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zur Bewertung der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens. Im Gegensatz zur Liquidität 1. Grades berücksichtigt sie nicht nur das sofort verfügbare Barvermögen, sondern auch kurzfristige Forderungen, die zeitnah zu Geld gemacht werden können.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie diese Kennzahl berechnen, welcher Richtwert als gesund gilt und wie Sie unser interaktives Tool nutzen können, um Ihre Liquidität sofort zu prüfen.

Liquidität 2. Grades Visualisierung Darstellung der Einzugsliquidität als Waage zwischen verfügbaren Mitteln und Verbindlichkeiten. Verfügbare Deckungsmittel Flüssige Mittel (Bank, Kasse) + Kurzfr. Forderungen Deckt ab? Verbindlichkeiten Kurzfristige Verbindlichkeiten (< 1 Jahr Laufzeit) Zielwert: ≥ 100% (Goldene Regel)

Was ist die Liquidität 2. Grades?

Die Liquidität 2. Grades gibt an, inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist, seine kurzfristigen Verbindlichkeiten durch flüssige Mittel und kurzfristige Forderungen zu decken. Sie wird oft als „Acid Test“ bezeichnet, da sie eine härtere Prüfung der Zahlungsfähigkeit darstellt als die Liquidität 3. Grades, aber realistischer ist als die reine Barliquidität (1. Grades).

Im Kern beantwortet sie die Frage: „Könnten wir alle kurzfristigen Rechnungen bezahlen, wenn wir unser Bargeld nutzen und unsere Kunden ihre offenen Rechnungen sofort begleichen würden?“

Die Formel zur Berechnung

Um die Einzugsliquidität zu berechnen, benötigen Sie Daten aus Ihrer Bilanz. Die Formel setzt das schnell verfügbare Vermögen ins Verhältnis zu den kurzfristigen Schulden.

Mathematische Formel:

\[ \text{Liquidität 2. Grades} = \frac{\text{Flüssige Mittel} + \text{Kurzfristige Forderungen}}{\text{Kurzfristige Verbindlichkeiten}} \times 100 \]

Erklärung der Bestandteile:

  • Flüssige Mittel: Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks.
  • Kurzfristige Forderungen: Offene Rechnungen an Kunden (Forderungen aus LuL), Wertpapiere des Umlaufvermögens.
  • Kurzfristige Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten aus LuL, kurzfristige Bankdarlehen, Steuerschulden (Laufzeit unter 1 Jahr).

Interaktiver Liquiditäts-Rechner

Nutzen Sie unseren kostenlosen Rechner, um Ihre aktuelle Quote schnell zu ermitteln. Geben Sie einfach die Werte aus Ihrer aktuellen BWA oder Bilanz ein.

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Interpretation: Welcher Richtwert ist gut?

Im Gegensatz zur Liquidität 1. Grades, die oft nur bei 10–30 % liegen muss, sind die Anforderungen hier strenger.

  • Zielwert: 100 % bis 120 %
    Dies gilt als ideal. Es bedeutet, dass Ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten vollständig durch Geldmittel und kurzfristige Forderungen gedeckt sind. Sie sind nicht darauf angewiesen, Warenlagerbestände zu verkaufen, um Rechnungen zu zahlen.
  • Unter 100 %
    Ein Wert deutlich unter 100 % kann auf einen Liquiditätsengpass hindeuten. Sie müssen eventuell Lagerbestände verkaufen oder neue Kredite aufnehmen, um Forderungen zu begleichen.

Für eine tiefergehende Definition und betriebswirtschaftliche Einordnung empfehlen wir einen Blick in das Gabler Wirtschaftslexikon.

Unterschied zu Liquidität 1. und 3. Grades

Um die finanzielle Gesundheit ganzheitlich zu betrachten, lohnt sich der Vergleich der drei Stufen:

  • 1. Grades (Cash Ratio): Nur Barmittel / Verbindlichkeiten. (Sehr streng, Ziel: 10–30%)
  • 2. Grades (Quick Ratio): Barmittel + Forderungen / Verbindlichkeiten. (Realistisch, Ziel: ~100%)
  • 3. Grades (Current Ratio): Barmittel + Forderungen + Vorräte / Verbindlichkeiten. (Umfassend, Ziel: > 200%)
Zusammenfassung Liquidität 2. Grades Zusammenfassung Die Formel (Geld + Forderungen) Verbindlichkeiten Der Richtwert ≥ 100% Idealzustand Bedeutung Zahlungsfähigkeit ohne Lagerverkauf gesichert? Maßnahmen zur Verbesserung: • Forderungsmanagement optimieren (schnelleres Mahnwesen) • Kurzfristige Verbindlichkeiten in langfristige Darlehen umschulden • Gewinne thesaurieren (im Unternehmen belassen)

Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität

Ist Ihre Quote zu niedrig (unter 100 %), sollten Sie handeln, um Zahlungsengpässe zu vermeiden. Effektive Strategien sind:

  1. Aktives Forderungsmanagement: Verkürzen Sie Zahlungsziele für Kunden und versenden Sie Mahnungen zeitnah.
  2. Umschuldung: Wandeln Sie kurzfristige Verbindlichkeiten in langfristige Darlehen um. Dies verringert den Nenner in der Formel und erhöht die Quote sofort.
  3. Lagerabbau: Verkaufen Sie „Ladenhüter“, um flüssige Mittel zu generieren (Achtung: Vorräte zählen nicht direkt in die Liquidität 2. Grades, aber der Verkaufserlös erhöht die flüssigen Mittel).

Weitere Tipps zur Liquiditätssicherung finden Sie auch auf dem Existenzgründerportal des BMWK.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum ist die Liquidität 2. Grades wichtiger als die 1. Grades?

Die Liquidität 1. Grades ist oft zu streng, da kaum ein Unternehmen so viel Bargeld hortet, um alle Schulden sofort zu tilgen. Die 2. Grades ist praxisnäher, da Kundenrechnungen meist zeitnah bezahlt werden.

Was passiert, wenn der Wert über 150 % liegt?

Ein sehr hoher Wert kann auf „totes Kapital“ hindeuten. Zu viel Geld liegt auf dem Bankkonto oder in Forderungen, anstatt investiert zu werden. Es könnte sinnvoll sein, überschüssige Mittel für Wachstum oder Schuldentilgung zu nutzen.

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