Die arithmetisch degressive Abschreibung (oft auch als digitale Abschreibung bezeichnet) ist eine Methode der planmäßigen Abschreibung, bei der die Abschreibungsbeträge jährlich um einen festen Betrag sinken. Im Gegensatz zur geometrisch degressiven Abschreibung, die auf festen Prozentsätzen basiert, arbeitet diese Methode mit absoluten Beträgen. Sie wird häufig im internen Rechnungswesen genutzt, um den tatsächlichen Werteverzehr von Wirtschaftsgütern realitätsnah abzubilden.
Was ist die arithmetisch degressive Abschreibung?
Bei der arithmetisch degressiven Abschreibung verringert sich der Abschreibungsbetrag jedes Jahr um denselben absoluten Betrag, den sogenannten Degressionsbetrag. Dies unterscheidet sie von der geometrisch degressiven Abschreibung, bei der der Buchwert jährlich um einen festen Prozentsatz sinkt.
Diese Methode eignet sich besonders für Wirtschaftsgüter, deren Wertverlust oder technische Abnutzung in den ersten Jahren am höchsten ist und sich dann linear verlangsamt. In der steuerlichen Gewinnermittlung (z. B. nach EStG in Deutschland) ist diese Methode derzeit für bewegliche Wirtschaftsgüter nicht als Standard vorgesehen, spielt aber in der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) eine wichtige Rolle für die interne Preiskalkulation.
Formel und Berechnung
Die Berechnung erfolgt in zwei Schritten. Zuerst muss die Summe der Jahresziffern ermittelt werden, um den Degressionsbetrag zu berechnen. Anschließend wird der jährliche Abschreibungsplan erstellt.
Beispielrechnung
Nehmen wir an, eine Maschine kostet 15.000 € (AHK) und hat eine Nutzungsdauer von 5 Jahren. Der Restwert ist 0 €.
- Summe der Jahre (S): 1 + 2 + 3 + 4 + 5 = 15 (oder rechnerisch: \( \frac{5 \cdot 6}{2} = 15 \)).
- Degressionsbetrag (d): \( \frac{15.000}{15} = 1.000 \) €.
Der Abschreibungsbetrag sinkt also jedes Jahr um 1.000 €.
- Jahr 1: 5 · 1.000 € = 5.000 €
- Jahr 2: 4 · 1.000 € = 4.000 €
- Jahr 3: 3 · 1.000 € = 3.000 €
- Jahr 4: 2 · 1.000 € = 2.000 €
- Jahr 5: 1 · 1.000 € = 1.000 €
Summe der Abschreibungen: 15.000 €.
Interaktiver Abschreibungsrechner
Nutzen Sie diesen Rechner, um Ihren individuellen Abschreibungsplan nach der arithmetisch degressiven Methode zu erstellen.
Rechner: Arithmetisch degressive Abschreibung
Vergleich: Linear vs. Arithmetisch Degressiv
Der Hauptunterschied liegt im Verlauf der Kostenverteilung. Während die lineare Abschreibung den Gewinn jedes Jahr gleichmäßig belastet, sorgt die arithmetisch degressive Methode für hohe Aufwände zu Beginn und sinkende Aufwände zum Ende der Laufzeit.
Für detaillierte Definitionen und steuerrechtliche Einordnungen lohnt sich ein Blick in das Gabler Wirtschaftslexikon oder entsprechende Fachliteratur zur Kostenrechnung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann ist die arithmetisch degressive Abschreibung sinnvoll?
Sie ist sinnvoll, wenn der Wertverlust eines Gutes tatsächlich stetig abnimmt (z. B. durch Verschleiß, der anfangs höher ist) oder wenn in der internen Kalkulation anfangs höhere Kosten verrechnet werden sollen, um vorsichtig zu kalkulieren.
Ist diese Methode steuerlich zulässig?
In Deutschland ist die arithmetisch degressive Abschreibung im Steuerrecht (§ 7 EStG) für bewegliche Wirtschaftsgüter in der Regel nicht zulässig. Dort kommen meist die lineare oder (temporär) die geometrisch degressive Abschreibung zum Einsatz. Sie findet daher primär in der innerbetrieblichen Kostenrechnung Anwendung.
Was ist der Unterschied zur geometrisch degressiven Abschreibung?
Bei der geometrischen Methode wird mit einem festen Prozentsatz vom jeweiligen Restbuchwert abgeschrieben (die Kurve ist eine Hyperbel). Bei der arithmetischen Methode sinkt der Abschreibungsbetrag jedes Jahr um denselben Euro-Betrag (die Kurve ist eine fallende Treppe).