Die Abkürzung IAS begegnet uns am häufigsten in der Finanzwelt, sorgt jedoch oft für Verwirrung im Dschungel der Begrifflichkeiten. Steht es für veraltete Regeln oder den aktuellen Goldstandard der Bilanzierung? In den meisten Fällen bezieht sich IAS auf die International Accounting Standards – ein Regelwerk, das die globale Wirtschaftssprache prägt. Doch die Abkürzung hat auch in anderen Branchen, wie der Luftfahrt, eine entscheidende Bedeutung.
In diesem Artikel klären wir umfassend auf: Was genau sind die IAS im Rechnungswesen, wie unterscheiden sie sich von den IFRS, und wer muss sie anwenden? Zusätzlich werfen wir einen Blick auf die technische Bedeutung in der Aviatik.
Was sind International Accounting Standards (IAS)?
Die International Accounting Standards (IAS) sind ein Regelwerk für die Rechnungslegung, das von 1973 bis 2001 vom International Accounting Standards Committee (IASC) herausgegeben wurde. Ziel dieser Standards ist es, Unternehmensabschlüsse international vergleichbar, transparent und verständlich zu machen.
Obwohl das Gremium im Jahr 2001 durch das International Accounting Standards Board (IASB) abgelöst wurde und neue Standards seither IFRS (International Financial Reporting Standards) heißen, sind viele der ursprünglichen IAS-Regelungen nach wie vor gültig und bilden das Fundament der heutigen internationalen Bilanzierung.
Der Unterschied zwischen IAS und IFRS
In der Praxis werden die Begriffe oft synonym verwendet, doch es gibt eine klare historische Abgrenzung:
- IAS (bis 2001): Standards, die vom alten IASC entwickelt wurden (z. B. IAS 1 für die Darstellung des Abschlusses).
- IFRS (ab 2001): Standards, die vom neuen IASB entwickelt wurden (z. B. IFRS 9 für Finanzinstrumente).
Wichtig: Alle noch nicht ersetzten IAS sind weiterhin rechtskräftig. Das gesamte Regelwerk, bestehend aus IAS, IFRS und den dazugehörigen Interpretationen (SIC/IFRIC), wird heute oft zusammenfassend als „die IFRS“ bezeichnet.
Wer muss IAS/IFRS anwenden?
In der Europäischen Union (EU) sind kapitalmarktorientierte Unternehmen seit 2005 verpflichtet, ihre Konzernabschlüsse nach den internationalen Standards aufzustellen. Dies betrifft vor allem börsennotierte Aktiengesellschaften. Für nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen in Deutschland besteht oft ein Wahlrecht, ob sie einen Abschluss nach HGB (Handelsgesetzbuch) oder nach IFRS/IAS erstellen.
Die Anwendung der IAS bietet entscheidende Vorteile für Investoren:
- Globale Vergleichbarkeit: Ein Investor kann die Bilanz eines deutschen Unternehmens direkt mit der eines US-amerikanischen oder japanischen Wettbewerbers vergleichen.
- Investorenschutz: Der Fokus liegt auf entscheidungsnützlichen Informationen für Anleger, nicht primär auf dem Gläubigerschutz wie im HGB.
Beispiel für einen Standard: IAS 33 (Ergebnis je Aktie)
Ein klassisches Beispiel für die Anwendung der IAS ist der Standard IAS 33. Er regelt, wie das „Ergebnis je Aktie“ (Earnings Per Share) berechnet und dargestellt werden muss, um Kennzahlen international vergleichbar zu machen.
Andere Bedeutungen: IAS in der Luftfahrt
Abseits der Finanzwelt steht die Abkürzung IAS häufig für Indicated Airspeed (angezeigte Fluggeschwindigkeit). Dies ist die Geschwindigkeit, die dem Piloten direkt auf dem Fahrtmesser im Cockpit angezeigt wird.
Sie unterscheidet sich von der tatsächlichen Geschwindigkeit über Grund (Ground Speed), da sie vom Luftdruck und der Luftdichte abhängt. Die IAS ist jedoch entscheidend für die Aerodynamik, etwa für das Einhalten von Geschwindigkeitsgrenzen beim Starten und Landen (Stall Speed).
Zusammenfassung
Wenn Sie nach „IAS Bedeutung“ suchen, landen Sie meist im Rechnungswesen oder im Cockpit. Im wirtschaftlichen Kontext sind die International Accounting Standards (zusammen mit den IFRS) das Fundament für transparente, globale Finanzmärkte. Sie ermöglichen es Investoren, Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen – egal ob das Unternehmen in Frankfurt, London oder Tokio sitzt.
Für vertiefende Informationen empfehlen wir einen Besuch auf der Webseite der IFRS Foundation oder beim Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC).