Langfristige Preisuntergrenze (LPU) berechnen: Guide

Erfahren Sie, wie Sie die langfristige Preisuntergrenze (LPU) berechnen, welche Kosten sie bestimmen und wie Sie Ihre Preisstrategie nachhaltig absichern.

Wenn Preise sinken, wird eine Frage schnell existenziell: Ab welchem Verkaufspreis decken Sie langfristig wirklich alle Kosten? Genau dafür ist die langfristige Preisuntergrenze (LPU) da – sie entspricht den Selbstkosten je Stück und schützt vor strukturellen Verlusten. In diesem Guide lernen Sie die Formel, typische Einflussfaktoren und praktische Beispiele kennen – inklusive Rechner für Ihre Kalkulation. Für eine saubere Einordnung in Ihre Planung verknüpfen wir das Thema außerdem mit Ihrer finanziellen Planung und zentralen Controlling-Konzepten.

Was ist die langfristige Preisuntergrenze?

Langfristige Preisuntergrenze (LPU) Finanzielle Stabilität durch strategische Preisgestaltung Definition Minimum der Stückkosten = Selbstkosten Verluste vermeiden Berechnung Variable + Fixe Kosten ÷ Stückzahl Präzise Kalkulation Einflussfaktoren Produktionsmenge Marktnachfrage Wettbewerb Marktdynamik Optimierung Effizienzsteigerung Differenzierung Marketing Wettbewerbsvorteil Strategische Bedeutung der LPU Verhindert langfristige Verluste durch Mindestpreisgarantie Berücksichtigt alle Kosten: Variable + Fixe Kosten Grundlage für strategische Preisgestaltung und Planung Sichert finanzielle Stabilität in wettbewerbsintensiven Märkten Optimierbar durch Effizienz, Differenzierung und Marketing
Merksatz: Die LPU entspricht den Selbstkosten pro Stück – darunter wird es langfristig unprofitabel.

Definition und Wichtigkeit der langfristigen Preisuntergrenze

Die langfristige Preisuntergrenze (LPU) stellt die Höhe der Selbstkosten dar und bildet das Minimum der durchschnittlichen Stückkosten. Sie ist ein entscheidender Faktor für die Preisgestaltung eines Unternehmens, da sie sicherstellt, dass der Verkaufspreis eines Produkts oder einer Dienstleistung niemals unter die Produktionskosten fällt. Das ist wichtig, um langfristig keine Verluste zu erleiden und die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten.

Im Gegensatz zur kurzfristigen Preisuntergrenze, die nur die variablen Kosten berücksichtigt, umfasst die langfristige Preisuntergrenze sowohl die variablen als auch die fixen Kosten. Dadurch ermöglicht die LPU eine umfassendere und realistischere Einschätzung der tatsächlichen Kostenstruktur eines Unternehmens.

Ein weiterer zentraler Aspekt der langfristigen Preisuntergrenze ist ihre Rolle bei der Sicherstellung der langfristigen Existenzfähigkeit eines Unternehmens. Indem sie verhindert, dass Produkte oder Dienstleistungen unter den Produktionskosten verkauft werden, schützt sie das Unternehmen vor finanziellen Verlusten – besonders in wettbewerbsintensiven Märkten mit Preisdruck.

Wie berechnet man die langfristige Preisuntergrenze?

Grundlagen und Formeln zur Berechnung

Die langfristige Preisuntergrenze (LPU) stellt sicher, dass der Verkaufspreis eines Produkts oder einer Dienstleistung mindestens die Produktionskosten deckt. In der Praxis wird die LPU häufig als Selbstkosten je Stück verstanden: variable Kosten + anteilige Fixkosten pro Stück .

Formel:

\[\text{LPU} = \frac{K_{\text{var}} + K_{\text{fix}}}{x} = k_{\text{var}} + \frac{K_{\text{fix}}}{x}\]
  • \(K_{\text{var}}\) : gesamte variable Kosten im Zeitraum
  • \(K_{\text{fix}}\) : gesamte Fixkosten im Zeitraum
  • \(x\) : produzierte Menge (Stück)
  • \(k_{\text{var}}\) : variable Kosten je Stück

Eine Methode zur Berechnung der LPU besteht darin, die durchschnittliche Kostenfunktion zu analysieren. Hierbei wird die Funktion abgeleitet und gleich Null gesetzt. Der resultierende Wert wird in die Stückkostenfunktion eingesetzt, um die LPU zu ermitteln. Diese Methode ist besonders nützlich, wenn die Kostenfunktion nicht linear ist und höhere Grade aufweist, wie auf studyflix.de erläutert.

Alternativ kann die LPU auch durch die Betrachtung der Selbstkosten berechnet werden. Das ist eine einfachere Methode und eignet sich besonders für Unternehmen mit einer linearen Kostenstruktur. In diesem Fall werden die gesamten variablen Kosten und Fixkosten addiert und durch die Anzahl der produzierten Güter geteilt.

Bei Entscheidungen rund um Auslastung und Kostendeckung lohnt zusätzlich der Blick auf den Break-even-Point .

Langfristige Preisuntergrenze (LPU) Rechner

Geben Sie variable Stückkosten, Fixkosten und Menge ein. Der Rechner aktualisiert die LPU automatisch.

Variable Kosten pro Stück pro Einheit (netto)
Fixkosten gesamt für den betrachteten Zeitraum
Produktionsmenge Stück im Zeitraum
Ergebnisse automatisch aktualisiert
Variable Kosten / Stück

Fixkosten gesamt

Fixkosten / Stück

LPU (langfristige Preisuntergrenze)

Beispiele: Produktion von Bürostühlen und Basketbällen

Um die Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze zu veranschaulichen, betrachten wir zwei Beispiele: die Produktion von Bürostühlen und Basketbällen.

Bei der Produktion von Bürostühlen betragen die variablen Kosten 14€ pro Stuhl und die Fixkosten 574€ für insgesamt 150 produzierte Stühle. Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf 2.674€. Die langfristige Preisuntergrenze wird durch Division der Gesamtkosten durch die produzierte Menge berechnet und beträgt 17,83€ pro Stuhl.

Ein weiteres Beispiel für Bürostühle zeigt die Materialeinzelkosten (10€ * 150) plus Lackiervorgang (1,23€ * 150) sowie Fertigungsgemeinkosten (600€) und Verwaltungskosten (390€). Die Gesamtkosten betragen 2.667,5€. Die LPU ergibt sich durch Division dieser Summe durch die produzierte Menge. Unternehmer müssen dabei auch die Liquidität berücksichtigen, insbesondere wenn ein Kunde Zahlungsschwierigkeiten hat, um finanzielle Engpässe zu vermeiden.

Bei der Produktion von Basketbällen werden 4.000 Basketbälle hergestellt. Die Gesamtkosten betragen 45.000 Euro, bestehend aus 8.000 Euro Materialkosten, 7.000 Euro Herstellungskosten, 10.000 Euro Vertriebskosten, 15.000 Euro Gehaltskosten und 5.000 Euro Warmmiete. Die langfristige Preisuntergrenze beträgt somit 11,25 Euro pro Stück.

Break Even Point und Preisuntergrenze

Der Break Even Point (BEP) und die Preisuntergrenze sind zwei zentrale Konzepte in der Betriebswirtschaft, die eng miteinander verknüpft sind. Der Break Even Point ist der Punkt, an dem die Gesamtkosten eines Unternehmens durch die Gesamterlöse gedeckt werden – das Unternehmen macht weder Gewinn noch Verlust. Die Preisuntergrenze hingegen ist der Mindestpreis, den ein Unternehmen für ein Produkt oder eine Dienstleistung verlangen kann, um keine Verluste zu erleiden.

Die Preisuntergrenze spielt eine entscheidende Rolle bei der Ermittlung des Break Even Points. Wenn ein Unternehmen den Verkaufspreis unter die Preisuntergrenze senkt, decken die Erlöse nicht mehr die Gesamtkosten, was zu Verlusten führt. Daher ist es unerlässlich, die Preisuntergrenze sorgfältig zu berechnen und zu berücksichtigen, um den Break Even Point zu erreichen und den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern.

Einflussfaktoren auf die langfristige Preisuntergrenze

Die langfristige Preisuntergrenze (LPU) wird durch mehrere Elemente beeinflusst – insbesondere Kostenstruktur, Menge, Nachfrage und Wettbewerb.

Variable und Fixe Kosten

Die langfristige Preisuntergrenze wird maßgeblich von variablen und fixen Kosten beeinflusst. Variable Kosten sind jene, die direkt mit der Produktionsmenge variieren (Material, Transport, Vertrieb). Fixe Kosten (z.B. Verwaltung, Gehälter, Miete) bleiben unabhängig von der Produktionsmenge konstant.

Ein entscheidender Punkt ist, dass der variable Kostenanteil positiv mit der Stückzahl korreliert. Im Gegensatz dazu bleibt der fixe Kostenanteil gleich, unabhängig von der Produktionsmenge. Dadurch gilt: Stückkosten sinken oft mit steigender Auslastung , weil Fixkosten auf mehr Einheiten verteilt werden.

Für eine systematische Einordnung hilft die Deckungsbeitragsrechnung (um zu prüfen, welche Produkte/Varianten Fixkosten tragen). Außerdem sollten Unternehmen neben der LPU immer auch liquiditätsbezogene Aspekte berücksichtigen (Zahlungsziele, Ausfälle, Vorfinanzierung).

Produktionsmenge, Marktnachfrage und Wettbewerb

Die Produktionsmenge hat einen direkten Einfluss auf die langfristige Preisuntergrenze. Wenn die Stückzahl sinkt, erhöhen sich die Gesamtkosten pro Stück, da die fixen Kosten auf weniger Einheiten verteilt werden.

Der Verkauf von Produkten zum Preis der LPU kann daher nur eine vorübergehende Lösung sein, da keine Gewinne erzielt werden.

Der Wettbewerb spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, da die Preiselastizität misst, wie stark die Nachfrage auf Preisänderungen reagiert. Mehr zur Preiselastizität hier . Der Preis sollte idealerweise niedriger sein als der der Mitbewerber, insbesondere wenn es keine anderen Instrumente gibt, um Kunden zu gewinnen (Markentreue, Qualität, Nachhaltigkeit, Distribution).

Preisuntergrenze und Marktbedingungen

Die Preisuntergrenze ist stark von den Marktbedingungen abhängig. In Zeiten hoher Nachfrage und begrenztem Angebot kann ein Unternehmen höhere Preise verlangen. Umgekehrt, wenn die Nachfrage niedrig und das Angebot groß ist, muss ein Unternehmen möglicherweise den Preis senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben – ohne dabei die LPU dauerhaft zu unterschreiten.

Strategische Bedeutung der langfristigen Preisuntergrenze

Preisgestaltung, finanzielle Planung und Deckungsbeitragsrechnung

Die LPU spielt eine zentrale Rolle bei der Preisgestaltung und der langfristigen finanziellen Planung eines Unternehmens. Durch die genaue Berechnung der LPU können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Verkaufspreise die Produktionskosten decken und somit finanzielle Verluste vermieden werden.

Ein wesentlicher Aspekt bei der Ermittlung der LPU ist die Deckungsbeitragsrechnung. Diese Methode ermöglicht es, die fixen und variablen Kosten eines Produkts zu analysieren und so die Selbstkosten zu ermitteln. Für den Praxis-Transfer finden Sie ergänzend Inhalte zur Finanzplanung und zur Deckungsbeitragsrechnung .

Strategisch kann es sinnvoll sein, Aufträge zur LPU anzunehmen, insbesondere wenn dadurch Fixkosten gedeckt werden und die Produktion aufrechterhalten werden kann. Um jedoch Gewinne zu erzielen, muss das Produkt über der langfristigen Preisuntergrenze angeboten werden.

Preisuntergrenze und Controlling

Das Controlling spielt eine wesentliche Rolle bei der Ermittlung und Überwachung der Preisuntergrenze. Durch die detaillierte Analyse der Kosten und Erlöse kann das Controlling-Team die Preisuntergrenze berechnen und das Management über mögliche Risiken und Chancen informieren.

Preisuntergrenze und Marketing

Die Preisuntergrenze ist auch ein wichtiger Faktor im Marketing. Bei der Festlegung des Preises muss die Preisuntergrenze berücksichtigt werden. Ein zu niedriger Preis kann zu Verlusten führen, während ein zu hoher Preis die Nachfrage beeinträchtigen kann.

Optimierung der langfristigen Preisuntergrenze

Effizienzsteigerung und Produkt-Differenzierung

Die Optimierung der langfristigen Preisuntergrenze (LPU) ist entscheidend, um die finanzielle Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu sichern. Eine zentrale Strategie zur Senkung der LPU ist die Effizienzsteigerung in der Produktion (Technologie, Automatisierung, Prozessoptimierung). Ergänzend kann Produkt-Differenzierung höhere Preise rechtfertigen, sodass Sie oberhalb der LPU verkaufen können.

Effektive Marketingstrategien können die Nachfrage erhöhen und ermöglichen es, Produkte zu Preisen oberhalb der LPU anzubieten, was letztlich zu höheren Gewinnen führt.

Preisuntergrenze und Selbstkosten

Die Selbstkosten sind ein zentraler Faktor bei der Ermittlung der Preisuntergrenze. Sie umfassen alle Kosten, die ein Unternehmen für die Produktion und den Verkauf aufwendet. Durch regelmäßige Überprüfung der Selbstkosten lässt sich sicherstellen, dass die LPU nicht unbemerkt steigt (z.B. durch Lohn-, Energie- oder Mietkosten).

Langfristige Preisuntergrenze und Verbraucherverhalten

Einfluss auf Wahrnehmung und Kaufentscheidungen

Produkte, die zu einem Preis angeboten werden, der die LPU übersteigt, werden oft als qualitativ hochwertiger wahrgenommen. Verbraucher nutzen den Preis häufig als Qualitätsindikator. Transparenz in der Preisgestaltung kann dabei Vertrauen schaffen und Kundenbindung stärken.

Langfristige Preisuntergrenze im digitalen Zeitalter

Flexibilität durch E-Commerce und Preistransparenz

Mit E-Commerce und Online-Marktplätzen können Unternehmen Preise dynamisch anpassen und schneller auf Marktveränderungen reagieren. Gleichzeitig verstärkt Preistransparenz den Wettbewerb: Umso wichtiger sind saubere Kostenrechnung, belastbare LPU und regelmäßige Updates Ihrer Kalkulation.

Die langfristige Preisuntergrenze (LPU) ist ein unverzichtbares Instrument für die finanzielle Stabilität und strategische Planung eines Unternehmens. Indem sie sicherstellt, dass der Verkaufspreis niemals unter die Produktionskosten fällt, schützt sie vor langfristigen Verlusten. Eine präzise Berechnung, kontinuierliche Überwachung und konsequente Optimierung der Kostenstruktur sind essenziell, um die Rentabilität zu sichern.

FAQ

Langfristige Preisuntergrenze: Wichtige Fragen und Antworten

Was versteht man unter der langfristigen Preisuntergrenze?

Die langfristige Preisuntergrenze (LPU) ist das Minimum der durchschnittlichen Stückkosten und entspricht den Selbstkosten eines Produkts oder einer Dienstleistung. Sie stellt sicher, dass der Verkaufspreis nicht unter die Produktionskosten fällt.

Wie berechnet man die langfristige Preisuntergrenze?

Die LPU lässt sich als Selbstkosten pro Stück berechnen: variable Kosten pro Stück plus Fixkosten pro Stück. Bei komplexeren Kostenfunktionen kann die LPU über die Ableitung der Durchschnittskosten bestimmt werden.

Warum ist die langfristige Preisuntergrenze wichtig für Unternehmen?

Die LPU verhindert langfristige Verluste, indem sie sicherstellt, dass der Verkaufspreis eines Produkts oder einer Dienstleistung niemals unter die Produktionskosten fällt. Das erhöht die finanzielle Stabilität und reduziert Insolvenzrisiken.

Welche Faktoren beeinflussen die langfristige Preisuntergrenze?

Die LPU wird beeinflusst durch:

  • Variable und fixe Kosten
  • Produktionsmenge
  • Marktnachfrage
  • Wettbewerb

Wie kann ein Unternehmen seine langfristige Preisuntergrenze optimieren?

Typische Hebel sind:

  • Effizienzsteigerung in der Produktion
  • Produkt-Differenzierung (Mehrwert, Qualität, Service)
  • Marketing und Vertrieb optimieren (bessere Conversion, geringere CAC)

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