Liquidität ist der Sauerstoff eines jeden Unternehmens. Viele profitable Firmen scheitern nicht an mangelndem Gewinn, sondern an fehlender Zahlungsfähigkeit zum kritischen Zeitpunkt. Eine solide Liquiditätsplanung Vorlage in Excel ist daher kein bürokratischer Luxus, sondern eine überlebenswichtige Notwendigkeit für Startups und KMUs. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie einen Liquiditätsplan aufbauen, welche Formeln Sie benötigen und wie Sie finanzielle Engpässe frühzeitig erkennen.
Was ist eine Liquiditätsplanung?
Die Liquiditätsplanung ist eine vorausschauende Gegenüberstellung aller erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums (meist monatlich oder wöchentlich). Im Gegensatz zur Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV), die sich auf Erträge und Aufwendungen konzentriert, blickt der Liquiditätsplan rein auf die Geldflüsse (Cashflow). Es geht also nicht darum, wann eine Rechnung geschrieben wird, sondern wann das Geld tatsächlich auf dem Konto eingeht.
Warum Excel für die Liquiditätsplanung?
Für viele Gründer und kleine Unternehmen ist Excel (oder Google Sheets) das Werkzeug der Wahl. Es ist flexibel, kostengünstig und erlaubt individuelle Anpassungen, die starre Softwarelösungen oft nicht bieten. Eine gut strukturierte Liquiditätsplanung Vorlage Excel hilft Ihnen:
- Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden.
- Investitionen zum richtigen Zeitpunkt zu tätigen.
- Kreditbedarf frühzeitig bei der Bank anzumelden.
Für tiefergehende Informationen zur Existenzgründung und Finanzplanung empfiehlt sich ein Blick auf das Existenzgründungsportal des BMWK, welches umfassende Leitfäden bietet.
Die mathematische Basis der Liquidität
Bevor wir die Excel-Tabelle erstellen, müssen wir die Grundformel verstehen. Die Liquidität am Ende einer Periode ergibt sich immer aus dem Anfangsbestand plus dem Netto-Cashflow.
Schritt-für-Schritt: Aufbau Ihrer Excel-Vorlage
Um Ihre eigene Vorlage zu erstellen, öffnen Sie ein neues Tabellenblatt und folgen Sie dieser Struktur:
1. Die Zeitachse (Spalten)
Legen Sie die Spalten für die Zeiträume an. Starten Sie mit dem aktuellen Monat und planen Sie mindestens 12 Monate im Voraus. Eine Spalte „Gesamt“ am Ende ist hilfreich für die Jahresübersicht.
2. Der Anfangsbestand (Zeile 1)
Die erste Zeile unter der Kopfzeile ist Ihr Anfangsbestand. Im ersten Monat tragen Sie hier Ihren aktuellen Kontostand ein. In den Folgemonaten verweisen Sie per Formel auf den Endbestand des Vormonats.
3. Einzahlungen (Block A)
Listen Sie alle Quellen auf, aus denen Geld zufließt. Wichtig: Erfassen Sie Bruttowerte (inkl. Umsatzsteuer), da diese auch auf Ihrem Konto landen.
- Umsatzerlöse (Zahlungseingang, nicht Rechnungsdatum!)
- Steuerrückerstattungen
- Kreditauszahlungen oder Privateinlagen
4. Auszahlungen (Block B)
Hier erfassen Sie alle Geldabflüsse. Unterteilen Sie diese am besten in Fixkosten und variable Kosten.
- Fixkosten: Miete, Gehälter, Versicherungen, Software-Abos.
- Variable Kosten: Wareneinkauf, Fremdleistungen, Werbekosten.
- Einmalige Auszahlungen: Steuernachzahlungen, Investitionen (Laptops, Maschinen).
5. Über- oder Unterdeckung
Berechnen Sie die Differenz aus Einzahlungen und Auszahlungen. Dies zeigt Ihnen, ob Sie im jeweiligen Monat Geld „verbrennen“ (Cash-Burn) oder generieren.
Interaktiver Liquiditäts-Schnellcheck
Möchten Sie schnell prüfen, wie sich Ihre Liquidität im nächsten Monat entwickelt? Nutzen Sie diesen Rechner für eine grobe Einschätzung, bevor Sie die Daten in Ihre Excel-Tabelle übertragen.
Liquiditäts-Rechner
Häufige Fehler bei der Liquiditätsplanung
Selbst mit der besten Excel-Vorlage können Fehler passieren. Achten Sie besonders auf diese Stolpersteine:
- Umsatzsteuer vergessen: Die Liquiditätsplanung rechnet immer Brutto. Die Umsatzsteuer, die Sie einnehmen, gehört nicht Ihnen – sie fließt später wieder an das Finanzamt ab.
- Zu optimistische Zahlungseingänge: Kunden zahlen oft später als erhofft. Planen Sie Puffer ein.
- Saisonale Schwankungen ignorieren: Viele Branchen haben starke und schwache Monate. Ein linearer Durchschnittswert verfälscht die Realität.
Für detaillierte Informationen zu Fördermitteln bei Liquiditätsengpässen bietet die KfW Bankengruppe hilfreiche Ressourcen.
FAQ: Häufige Fragen zur Liquiditätsplanung
Wie weit im Voraus sollte ich planen?
Für die meisten KMUs ist ein Planungshorizont von 12 Monaten ideal. In Krisenzeiten oder bei akuten Engpässen sollten Sie jedoch auf eine 13-Wochen-Planung auf Wochenbasis umsteigen, um präziser steuern zu können.
Was ist der Unterschied zum Finanzplan?
Der Finanzplan ist oft umfassender und beinhaltet neben der Liquiditätsplanung auch die Rentabilitätsvorschau (GuV) und die Planbilanz. Die Liquiditätsplanung ist ein Teilbereich, der sich speziell auf die Zahlungsfähigkeit fokussiert.
Gibt es kostenlose Vorlagen?
Ja, viele Handelskammern (IHK) und Banken bieten kostenlose Excel-Vorlagen an. Achten Sie jedoch darauf, diese an Ihre spezifischen Kontenrahmen und Kostenarten anzupassen.