Jeder Unternehmer stellt sich früher oder später die Frage: „Lohnt sich der Verkauf dieses einen Produkts überhaupt?“ Die Antwort darauf liefert nicht der Umsatz, sondern der Stückdeckungsbeitrag. Er ist die wichtigste Kennzahl, um zu verstehen, wie viel Geld nach Abzug der direkten Kosten übrig bleibt, um Ihre Fixkosten wie Miete und Gehälter zu decken.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie den Stückdeckungsbeitrag berechnen, warum er für Ihre Preisgestaltung essenziell ist und wie Sie ihn zur Gewinnmaximierung nutzen. Inklusive interaktivem Rechner und anschaulichen Beispielen.
Was ist der Stückdeckungsbeitrag? (Definition)
Der Stückdeckungsbeitrag (oft abgekürzt als db) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl aus der Kosten- und Leistungsrechnung. Er gibt an, welcher Betrag beim Verkauf einer einzelnen Produkteinheit übrig bleibt, nachdem die variablen Kosten (z. B. Material, Fertigungslohn) abgezogen wurden.
Dieser verbleibende Betrag steht zur Verfügung, um die Fixkosten des Unternehmens (wie Miete, Gehälter der Verwaltung, Abschreibungen) zu decken. Sobald alle Fixkosten gedeckt sind, trägt jeder weitere erwirtschaftete Stückdeckungsbeitrag direkt zum Gewinn bei.
Die Formel: So berechnen Sie den Stückdeckungsbeitrag
Die Berechnung ist denkbar einfach, erfordert aber eine saubere Trennung Ihrer Kosten in variable und fixe Bestandteile.
Praxisbeispiel: Der Verkauf eines T-Shirts
Stellen Sie sich vor, Sie betreiben einen Online-Shop für Mode. Sie verkaufen ein T-Shirt für 30,00 € (netto).
- Einkaufspreis T-Shirt: 10,00 €
- Druckkosten: 3,00 €
- Verpackung & Versand (variabel): 2,00 €
Die gesamten variablen Stückkosten (\(k_v\)) betragen also 15,00 €.
Rechnung:
\( 30,00\,\text{€} (p) - 15,00\,\text{€} (k_v) = 15,00\,\text{€} (db) \)
Das bedeutet: Mit jedem verkauften T-Shirt erwirtschaften Sie 15,00 €, die zur Deckung Ihrer Büromiete und Ihres eigenen Gehalts (Fixkosten) beitragen.
Online-Rechner: Stückdeckungsbeitrag ermitteln
Nutzen Sie unseren interaktiven Rechner, um schnell zu prüfen, wie viel Deckungsbeitrag Ihre Produkte abwerfen.
Warum ist der Stückdeckungsbeitrag so wichtig?
Viele Gründer machen den Fehler, nur auf den Umsatz zu schauen. Doch Umsatz zahlt keine Rechnungen – Deckungsbeiträge tun es. Hier sind drei Gründe, warum Sie diese Kennzahl kennen müssen:
1. Berechnung der Gewinnschwelle (Break-Even-Point)
Nur wenn Sie wissen, wie viel ein einzelnes Produkt zur Kostendeckung beiträgt, können Sie berechnen, wie viele Einheiten Sie verkaufen müssen, um in die Gewinnzone zu kommen. Die Formel lautet:
Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag = Notwendige Verkaufsmenge
2. Preisuntergrenze festlegen
Kurzfristig darf der Verkaufspreis nicht unter die variablen Kosten fallen (db = 0). Langfristig muss der Preis jedoch so hoch sein, dass der db auch alle Fixkosten deckt. Der Stückdeckungsbeitrag markiert also die absolute Schmerzgrenze bei Rabattaktionen.
3. Sortimentsoptimierung
Wenn Sie mehrere Produkte haben, sollten Sie jene fördern, die den höchsten Stückdeckungsbeitrag (oder noch besser: den höchsten Deckungsbeitrag pro Engpasseinheit) liefern. Ein Produkt mit hohem Umsatz aber minimalem db blockiert oft Ressourcen, die profitablere Produkte nutzen könnten.
Unterschied: Stückdeckungsbeitrag vs. Gesamtdeckungsbeitrag
Während der Stückdeckungsbeitrag (db) die Profitabilität einer einzelnen Einheit betrachtet, summiert der Gesamtdeckungsbeitrag (DB) dies für die gesamte Absatzmenge.
- Formel: \( DB = db \times \text{Absatzmenge} \)
- Ziel: Der Gesamtdeckungsbeitrag (DB) muss größer sein als die Fixkosten des Unternehmens, damit ein Betriebsgewinn entsteht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann der Stückdeckungsbeitrag negativ sein?
Ja, wenn die variablen Kosten höher sind als der Verkaufspreis. In diesem Fall verliert das Unternehmen mit jedem verkauften Stück Geld. Ein solches Produkt sollte sofort aus dem Sortiment genommen oder neu kalkuliert werden.
Was ist der relative Stückdeckungsbeitrag?
Der relative Deckungsbeitrag setzt den Stückdeckungsbeitrag ins Verhältnis zu einem Engpassfaktor (z. B. Maschinenlaufzeit). Er hilft zu entscheiden, welches Produkt produziert werden soll, wenn die Kapazitäten begrenzt sind.
Fazit
Der Stückdeckungsbeitrag ist mehr als nur eine Formel – er ist das Herzstück Ihrer Profitabilität. Wer ihn kennt, kann fundierte Entscheidungen über Preise, Rabatte und das Produktsortiment treffen. Nutzen Sie den Rechner oben, um Ihre Produkte noch heute zu überprüfen. Weitere Informationen zur Existenzgründung und Preiskalkulation finden Sie auch auf dem Existenzgründerportal des BMWK.