Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Flugzeug. Ein ruhiger Flug ohne Wackeln steht für eine Anlage mit geringer Volatilität. Ein Flug durch ein Gewitter, bei dem die Maschine ständig auf und ab sackt, gleicht einer Anlage mit hoher Volatilität. In der Finanzwelt ist Volatilität das Maß dafür, wie stark der Preis eines Wertpapiers (z. B. einer Aktie) über einen bestimmten Zeitraum um seinen Mittelwert schwankt. Sie ist die „Fieberkurve“ der Märkte und ein zentraler Indikator für das Risiko – aber auch für die Chancen – in Ihrem Portfolio.
Was bedeutet Volatilität genau?
Der Begriff stammt vom lateinischen Wort volatilis (fliegend, flüchtig). In der Finanzmathematik beschreibt er die Abweichung von Renditen eines Wertpapiers von ihrem Durchschnittswert. Vereinfacht gesagt: Je höher die Volatilität, desto stärker schlägt der Kurs nach oben und unten aus.
Für Anleger ist dies ein zweischneidiges Schwert:
- Hohe Volatilität: Bedeutet höheres Risiko, Geld zu verlieren, bietet aber auch Chancen auf schnelle, hohe Gewinne (z. B. Kryptowährungen, Tech-Startups).
- Niedrige Volatilität: Bedeutet mehr Sicherheit und Stabilität, aber oft geringere Renditechancen (z. B. Staatsanleihen, Basiskonsumgüter).
Seriöse Institutionen wie die Deutsche Bundesbank definieren Volatilität daher als zentrales Risikomaß für Finanzmarktteilnehmer.
Wie wird Volatilität berechnet?
Mathematisch gesehen entspricht die Volatilität meist der sogenannten Standardabweichung. Sie misst, wie weit die einzelnen Werte (z. B. Tageskurse) vom Mittelwert entfernt liegen.
Interaktiver Volatilitäts-Rechner
Probieren Sie es selbst aus. Geben Sie eine Reihe von Renditen (z. B. Monatsgewinne in %) ein, um zu sehen, wie volatil diese Anlage wäre.
Arten der Volatilität
Experten unterscheiden hauptsächlich zwischen zwei Arten:
- Historische Volatilität: Sie blickt in die Vergangenheit. Wie stark hat der Kurs in den letzten 30 oder 250 Tagen geschwankt? Dies ist ein Faktum, keine Prognose.
- Implizite Volatilität: Sie blickt in die Zukunft. Sie spiegelt die Erwartung der Marktteilnehmer wider, wie stark der Kurs künftig schwanken wird. Diese wird oft aus Optionspreisen abgeleitet. Ein bekannter Index hierfür ist der VDAX-NEW in Deutschland oder der VIX in den USA.
Weitere Details zu den Indizes finden Sie im Lexikon der Börse Frankfurt.
Zusammenfassung: Das Wichtigste auf einen Blick
Fazit: Keine Angst vor Schwankungen
Volatilität ist weder gut noch schlecht – sie ist eine Eigenschaft des Marktes. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, muss gewisse Schwankungen aushalten können („aussitzen“). Wer nachts ruhig schlafen möchte, sollte sein Portfolio breit streuen (Diversifikation), um die Gesamtvolatilität zu senken.