Einzelunternehmen Mindestkapital: Kosten & Infos 2026

Braucht man für ein Einzelunternehmen Mindestkapital? Nein, gesetzlich sind 0€ vorgeschrieben. Doch wie viel Startkapital Sie 2026 wirklich benötigen, zeigen wir hier inkl. Kostenrechner.

Einzelunternehmen Mindestkapital: Kosten & Infos 2026

Viele angehende Selbstständige stellen sich die gleiche Frage: Wie viel Geld brauche ich eigentlich, um ein Einzelunternehmen zu gründen? Die Angst vor hohen Hürden wie bei einer GmbH (25.000 € Stammkapital) schreckt viele ab. Die gute Nachricht vorweg: Auch im Jahr 2026 gibt es für das Einzelunternehmen kein gesetzliches Mindestkapital. Sie können theoretisch mit 0 Euro starten.

Doch Vorsicht: „Kein Mindestkapital“ bedeutet nicht „keine Kosten“. Wer ohne finanzielle Rücklagen gründet, riskiert schnell die Zahlungsunfähigkeit. In diesem Artikel schlüsseln wir auf, welche Gründungskosten 2026 tatsächlich auf Sie zukommen, wie Sie Ihren Kapitalbedarf berechnen und welche neuen Anforderungen (z. B. E-Rechnung) Sie beachten müssen.

Vergleich Startkapital: Einzelunternehmen vs. Kapitalgesellschaften Ein Diagramm, das zeigt, dass für ein Einzelunternehmen 0€ gesetzliches Kapital nötig sind, im Gegensatz zu UG und GmbH. Einzelunternehmen 0 € Gesetzliches Mindestkapital UG (haftungsbeschränkt) 1 € Theoretisches Minimum GmbH 25.000 € Stammkapital

Gibt es ein gesetzliches Mindestkapital?

Nein. Im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften wie der GmbH oder der UG (haftungsbeschränkt) schreibt der Gesetzgeber für das Einzelunternehmen kein Stammkapital vor. Das liegt an der Haftungsstruktur: Als Einzelunternehmer haften Sie nicht nur mit dem Firmenvermögen, sondern auch unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen.

Da Ihre persönliche Bonität als Sicherheit dient, verlangt der Staat keine hinterlegte Summe auf einem Geschäftskonto. Dies macht das Einzelunternehmen zur beliebtesten Rechtsform für Gründer in Deutschland, da die Einstiegshürden extrem niedrig sind.

Die „versteckten“ Gründungskosten 2026

Auch wenn Sie keine 25.000 Euro auf den Tisch legen müssen, ist die Gründung nicht völlig kostenlos. Sie sollten zwischen 50 € und 600 € für die reinen Formalitäten einplanen. Hier ist eine Übersicht der typischen Verwaltungskosten:

  • Gewerbeanmeldung: Je nach Stadt zwischen 15 € und 65 €.
  • Handelsregister (optional): Für eingetragene Kaufleute (e.K.) ca. 70 € – 100 € (plus Notarkosten).
  • Mitgliedschaften: IHK oder Handwerkskammer (Beiträge variieren, oft existieren Freigrenzen für Gründer).
  • Software & E-Rechnung: Seit der Einführung der E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich (Übergangsphasen seit 2025) benötigen Sie zwingend eine Software, die E-Rechnungen empfangen und archivieren kann (ca. 10–30 €/Monat).
Update 2026: Achten Sie auf die neue Wirtschafts-Identifikationsnummer (W-IdNr.), die Ihnen automatisch vom Bundeszentralamt für Steuern zugeteilt wird. Sie dient der eindeutigen Identifizierung im geschäftlichen Verkehr.

Liquiditätsplanung: Das tatsächliche Startkapital berechnen

Das eigentliche „Mindestkapital“ ist das Geld, das Sie benötigen, um den Geschäftsbetrieb aufzunehmen und die ersten Monate ohne nennenswerte Einnahmen zu überbrücken. Eine solide Finanzplanung unterscheidet zwischen Gründungskosten, Investitionen und Betriebsmittelbedarf.

Formel zur Berechnung des Kapitalbedarfs:

Um sicher zu starten, sollten Sie Ihren Gesamtkapitalbedarf (\(K_{ges}\)) wie folgt kalkulieren:

\[ K_{ges} = K_{gr} + K_{inv} + K_{liq} \]

Erklärung der Bestandteile:

  • \(K_{gr}\) (Gründungskosten): Anmeldegebühren, Beratung, Notar.
  • \(K_{inv}\) (Investitionen): Laptop, Werkzeug, Büroeinrichtung, Website, Warenlager.
  • \(K_{liq}\) (Liquiditätsreserve): Laufende Kosten (Miete, Versicherungen, Lebensunterhalt) für die ersten 3–6 Monate.

Interaktiver Gründungskosten-Rechner

Nutzen Sie diesen Rechner, um eine grobe Schätzung Ihres individuellen Startkapitals zu erhalten.

Geschätztes Startkapital: 5.560,00 €

Einzelunternehmen vs. GmbH & UG

Warum entscheiden sich manche Gründer trotz der höheren Kapitalkosten für eine GmbH? Der Hauptgrund ist die Haftungsbeschränkung. Hier ein kurzer Vergleich:

Merkmal Einzelunternehmen GmbH
Mindestkapital 0 € (gesetzlich) 25.000 €
Haftung Privat & geschäftlich (unbeschränkt) Beschränkt auf Gesellschaftsvermögen
Gründungsaufwand Niedrig (Gewerbeamt) Hoch (Notar, Handelsregister)

Für detaillierte Informationen zur Rechtsformwahl empfiehlt sich ein Blick auf das Existenzgründungsportal des BMWK, eine der verlässlichsten Quellen für Gründer in Deutschland.

Fazit: Starten Sie schlank, aber nicht blank

Dass für ein Einzelunternehmen kein Mindestkapital vorgeschrieben ist, ist ein großer Vorteil für Bootstrapping-Gründer. Es senkt die Eintrittsbarriere enorm. Dennoch sollten Sie niemals ohne einen finanziellen Puffer starten. Kalkulieren Sie Ihre privaten Lebenshaltungskosten und die ersten betrieblichen Ausgaben realistisch durch.

Zusammenfassung: Einzelunternehmen Kapital Key Takeaways Gesetzlich 0 € Kein Stammkapital Realistisch ~600 €+ Für Anmeldung & Start Risiko Privat Volle Haftung Empfehlung Erstellen Sie einen Liquiditätsplan für die ersten 6 Monate. Trennen Sie geschäftliche und private Konten sofort.

Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich für ein Einzelunternehmen ein Geschäftskonto eröffnen?

Gesetzlich ist dies für Einzelunternehmer nicht vorgeschrieben, aber dringend empfohlen. Es erleichtert die Buchhaltung und trennt private von geschäftlichen Ausgaben sauber ab.

Kann ich Sacheinlagen statt Geld einbringen?

Da es kein formelles Stammkapital gibt, gibt es auch keine formellen Sacheinlagen wie bei einer GmbH. Sie können jedoch vorhandene Geräte (Laptop, PKW) in das Betriebsvermögen einlegen.

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